Zum Inhalt der Seite

Wieder Deutscher von US-Armee verschleppt

Berlin. Ein Deutscher afghanischer Herkunft wird bereits seit Januar auf einem US-Stützpunkt in der afghanischen Hauptstadt Kabul gefangengehalten. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bestätigte am Samstag auf Anfrage in Berlin einen entsprechenden Bericht des Spiegel. Dem Mann wird demnach vorgeworfen, sich unerlaubt auf dem Stützpunkt aufgehalten zu haben. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) stehe »in intensivem Kontakt mit der US-Seite und bemühe sich um Freilassung«, sagte der Sprecher weiter. Dem Bericht zufolge handelt es sich bei Mann um den 41jährigen Gholam Ghaus Z., einen Frührentner aus Wuppertal. Er sei zu einem Verwandtenbesuch nach Kabul gereist und unter Terrorismusverdacht festgenommen worden, als er in einem Supermarkt der US-Armee einen Rasierapparat kaufen wollte. Für die USA seien unter anderem Banknoten verschiedener Währungen und Telefonkarten aus mehreren Ländern Indizien dafür gewesen, daß der ledige Deutsche ein Terrorist sein könnte. (AFP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 21.04.2008, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!