-
29.02.2008
- → Feuilleton
Feininger-Bild
Der Neuen Nationalgalerie droht möglicherweise ein Skandal um Raubkunst. Wie das RBB-Politmagazin Klartext am Mittwoch mitteilte, hängt in dem Museum ein Gemälde, das einst der jüdischen Familie Daus aus Berlin gehörte, die es 1933 auf Druck zusammen mit anderen Bildern und Möbeln billig verkaufen mußte, um ihre Flucht nach Palästina finanzieren zu können. Es handelt sich um das Gemälde »Kirche von Niedergrunstedt« (1919) von Lyonel Feininger, das 1949 vom Land erworben wurde. Deutschland hat sich im Rahmen internationaler Vereinbarungen verpflichtet, öffentliche Sammlungen auf Kunstwerke zu überprüfen, die verfolgungsbedingt während des Nazizeit verlorengingen. Erst 2006 hatte das Land Berlin ein auf 1913/14 datiertes Gemälde von Ernst Ludwig Kirchner mit dem Titel »Berliner Straßenszene« an die Erbin einer vom Naziregime verfolgten jüdischen Familie zurückgegeben. Hierbei war von interessierter konservativer Seite in Frage gestellt worden, ob dieses Bild, das zu einem der wichtigsten Werke des deutschen Expressionismus zählt, zur Nazizeit tatsächlich zwangsverkauft wurde. (ddp/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton
