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Leserbrief zum Artikel Mehr als 300.000 Coronatote in Brasilien vom 26.03.2021:

In Beziehung setzen

Mein schon mehrmals geäußerter Eindruck einer sehr oberflächlichen Coronaberichterstattung in der jW bestätigt sich wieder einmal bei der Meldung »300.000 Coronatote in Brasilien«. Die Wiedergabe der seit Tagen in allen öffentlichen Sendern ständig genannten Zahl von 300.000 Toten in Brasilien stellt die Realität verzerrt dar. Sie erfüllt nur den Sensationsbedarf der Nachrichtenredaktionen nach Horrormeldungen. Damit man solche Absolutzahlen richtig einordnen und vergleichen kann, müssen sie in Relation in diesem Fall zu der Gesamtbevölkerungszahl gesetzt werden. (…) Brasilien liegt da im Mittelfeld. Warum nennt man nicht statt dessen die noch höheren Zahlen der USA? Wahrscheinlich weil dort ein neuer, guter Präsident herrscht und man den nicht mit Horrorzahlen beschädigen will? Ähnliches gilt im Übrigen auch für die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland (die zudem noch zu unterscheiden wären von festgestellten Neuerkrankungen), die ins Verhältnis gesetzt werden müssen zu der Anzahl der zugrundeliegenden Tests. Das alles ist bei Epidemiologen auch bekannt (siehe zum Beispiel unter »evidenzbasierte Medizin«), aber mir scheint, da seid ihr beratungsresistent und lauft lieber der Illusion von »Zero Covid« hinterher.
Harald Kolbe, Hannover
Veröffentlicht in der jungen Welt am 08.04.2021.