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Leserbrief zum Artikel Kritik an der SPD: »Scholz verkörpert diese Entwicklung« vom 09.09.2020:

Bevölkerung sucht Retter

Nichts bewegt uns mehr als Demokratie. Freiheit, Demokratie und Recht, das nennen wir in einem Atemzuge, und jeder versteht meist was anderes darunter. Es gibt wenige Ausnahmen, wo weitgehend Einigkeit der Ansichten besteht. Zum einem ist das immer dann zutreffend, wenn uns Unfreiheit und Diktatur in anderen fernen Ländern nahegebracht werden, vor allem solchen, die unserer Meinung nach eine andere Regierung brauchen. Zum anderem wallt unser Demokratiewille auf, wenn Wahlen anstehen und Kandidaten gekürt werden. Es ist wieder mal soweit. Kanzlerin Merkel ist abgeschliffen, verschlissen. »Volk« spürt und erwartet, es braucht einen neuen Kopf und Geist. Politisch klar zu wissen, wer warum es sein soll, war meist kaum »Volkes« Fall. Das muss die SPD zumindest gewusst haben, als sie Olaf Scholz zum Kandidaten machte. »Volk« will Macher sehen, will Retter wählen – wie den Olaf mit den Milliarden. Wer wen rettet, ist erst mal egal. Wer die Kohle hat, das war bei Kohl schon so. Mit der Demokratie war es dann meist auch nicht so ernst. Wer kannte nicht den Kanzler Schröder als den Mann der Bosse. Olaf Scholz als Mann der Bankster wird wohl auch kaum ein größeres Problem haben. Demokratie hin, Korruption her, Cum-Ex oder Wirecard, der Olaf hat Kanzlerformat. Wenn seine politischen Neider und Konkurrenten ihn nicht ins Stolpern bringen, dann sein »Volk« und seine Partei schon gar nicht. Was hat die SPD sonst noch? Vielleicht Die Linke, die Gewehr bei Fuß zum Mitregieren steht. Damit ist an sich die ganze Demokratie hinreichend beschrieben. Damit das nicht auf alle Ewigkeiten so bleibt und bleiben muss, deshalb braucht es die junge Welt und viele, viele Leser.
Roland Winkler, Aue
Veröffentlicht in der jungen Welt am 15.09.2020.

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