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Leserbrief zum Artikel US-Aggression: Jetzt also China vom 05.08.2019:

Geruch des Todes

Seit der mutwilligen und beabsichtigten Auflösung des INF-Vertrages durch die US-Regierung treten einem die Bilder der nuklear bombardierten japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki wieder vor das geistige Auge. Diesen Geruch des Todes werden die USA niemals ablegen können. Sie werden auch den entsetzlichen und langen Vietnamkrieg, den Afghanistan-Krieg, den Irak-Krieg und viele mehr niemals aus dem Gedächtnis der Menschheit tilgen können. Das Anlitz ist dreckig, es kann nie mehr gereinigt werden. Atomare Angriffe waren stets auch Bestandteil der Wintex-Übungen, die bis 1989 in Deutschland stattfanden. Das Szenario bestand darin, dass die NATO in einen Konflikt in Jugoslawien eingreifen »musste«, aus dem dann die große Ost-West Auseinandersetzung resultieren »musste«. Alles zwangsläufig? Nein.
Rainer Rupp beschreibt das eigentliche Ziel der Wintex-Übungen so: die politischen und militärischen Mechanismen zur Freigabe bzw. zum Einsatz von Atomwaffen einzuüben, damit im Ernstfall alle Prozeduren für einen nuklearen Erstschlag glatt von der Hand gingen. Weitere Ausführungen zu Wintex finden sich bei Rainer Rupp in »Hauptverwaltung Aufklärung«, Band 1.
Rainer Rupp nahm aus aktuellem Anlass nun zu den möglichen Folgen der Auflösung des INF-Vertrages Stellung. Würde die US Regierung ihre nuklearen Mittelstreckenraketen im Baltikum stationieren, direkt an der russischen Grenze, welche Reaktionsmöglichkeiten müsste Russland ins Auge fassen? Er meint, die US-Basis Ramstein, die Kommandozentrale der USA in Kaiserslautern wären eine der strategischen Optionen einer Bombardierung.
Bleibt zum Schluss nachzutragen: Wer Trump immer noch huldigt und schützt, macht sich mitschuldig am potentiellen Nuklearkrieg in Europa.
Dr. Barbara Hug
Veröffentlicht in der jungen Welt am 06.08.2019.
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