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Leserbrief zum Artikel Abokampagne: Sieg der Vernünftigen vom 13.10.2018:

Nur belangloses Zeugs?

Mit großem Interesse lass ich in der Wochenendausgabe der jungen Welt, dass die »Zeitung mit großen Problemen zu kämpfen hat« usw. Die junge Welt habe ich vor Jahren für ein Jahr lang abonniert und musste leider feststellen, dass die aktuellsten »Journalisten« der ehemalige »Topas« (sehr gute Analysen) und der Gefangene Mumia Abu-Jamal (hochaktuelle Themen) waren. Jawohl, einer, der seit Anfang der achtziger Jahre Gefangener in Amerika ist und ein bewusster Kommunist, der »Topas«! Ansonsten las und liest man heute noch in der jungen Welt belangloses Zeug, das als Randnotiz der bürgerlichen Presse erscheint. Eine außerordentliche – sehr gute – Ausnahme bildet Lucas Zeise!
Hat die Redaktion der Zeitung sich gefragt, an wen sie sich wendet und für wen sie schreibt? In der BRD erleben wir eine nie dagewesene Konzentration des Kapitals und der Produktionskräfte. In fünf Büros der BRD wird die Kontrolle über 85 Prozent des Lebensmittelhandels in der BRD entschieden. Circa 400.000 deutsche Staatsbürger (0,5 Prozent der Bevölkerung) besitzen ca. 90 Prozent des Vermögens in Deutschland. Der gewährte (gesetzliche) Mindestlohn in der BRD beträgt 8,50 Euro! Als sogenannte Ich-AG arbeiten fast 700.000 Leute. 5.000.000 Kinder in der BRD leben unter der Armutsgrenze. Altersarmut usw. – eine fast unendliche Liste (…).
Der Klimawandel ist bereits da, und keiner kann es leugnen. Aber, die »Progressiven« sehen diese kommende Katastrophe als eine Katastrophe und nicht als das Resultat des vorhandenen und beherrschenden Privateigentums und des Profits weltweit.
Ich klammere bewusst die Außenpolitik aus, in der die Analysen oder Thesen ganz schlecht vorwärtskommen, obwohl die BRD-Regierungen die gleiche Politik betreiben wie die Nazis, nur unter anderem Namen und mit Umantlung.
Im Literaturteil finden wir ab und zu interessante Themen und Beschreibungen.
Weshalb und warum sollten Leute, die die omnipräsente Bild lesen, die junge Welt kaufen, die sich a.) mit ihnen überhaupt nicht beschäftigt und b. fast nirgendwo zu finden ist?
Apostolos Katsioulis, Schönaich
Veröffentlicht in der jungen Welt am 16.10.2018.