Hände weg von Venezuela! Solidaritätsveranstaltung am 28. Mai
Gegründet 1947 Sa. / So., 25. / 26. Mai 2019, Nr. 120
Die junge Welt wird von 2189 GenossInnen herausgegeben
29.04.2019, 19:50:02 / jW stärken!
Wir über uns

Das ist die junge Welt

Kurz vorgestellt in sieben Punkten
Unterstützer beim Verteilen der jW
Die junge Welt macht ein faires Angebot – Zeitungsverteilung am 30. April 2016 im Berliner Stadtteil Wedding

Von dieser Ausgabe der Tageszeitung junge Welt gibt es 126.000 Exemplare: Neben der regulären Auflage wurden weitere 100.000 Zeitungen gedruckt, um sie rund um den 1. Mai 2019 an interessierte Leserinnen und Leser verteilen zu ­können. Die meisten von ihnen halten die junge Welt zum ersten Mal in den Händen, deshalb wollen wir an dieser Stelle die Zeitung kurz vorstellen.

1. Die junge Welt ist eine linke Tageszeitung, die dafür kämpft, dass es neben digitalen auch künftig gedruckte Tageszeitungen geben wird. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit, große bürgerliche Medienhäuser wollen sich mittelfristig aus diesem Geschäft verabschieden. Aber auch Tageszeitungen wie Taz oder Neues Deutschland werden täglich Gedrucktes längerfristig nicht mehr anbieten. Die junge Welt hält daran fest, dass nicht nur die digitale, sondern gerade die gedruckte Tageszeitung von Montag bis Samstag unverzichtbar ist für das Vermitteln progressiver, aufklärerischer Inhalte.

2. Die junge Welt bietet ein hochwertiges journalistisches Angebot, das keine Neutralität vortäuscht. Sie schreibt gegen Ausbeutung und Krieg, den Abbau demokratischer Rechte und den fortdauernden Raubbau an der Natur an. Sie setzt sich für internationale Solidarität, Völkerverständigung und Frieden ein. Bei der Erarbeitung von Berichten, Analysen und Hintergründen geht sie vom Standpunkt bzw. den Interessen der arbeitenden Menschen aus. Andere Zeitungen bezeichnen sich gern als überparteilich und neutral, vertreten in Wirklichkeit aber ebenfalls einen Klassenstandpunkt – in der Regel den der Herrschenden.

3. Die junge Welt ist nicht von Konzernen, Parteien, Kirchen oder Oligarchen abhängig. Sie finanziert sich fast ausschließlich über Einnahmen aus Abonnements. Sie gehört zudem einer Genossenschaft, der LPG junge Welt eG. Diese finanziert Projekte und Investitionen vor, hilft bei Liquiditätsengpässen und erweitert nach besonders schlechten Geschäftsjahren ihre Einlagen in den Verlag. Mitglied der Genossenschaft (und damit Herausgeber der jungen Welt) kann jede Leserin, jeder Leser werden. Alle Genossinnen und Genossen haben auf der Vollversammlung jeweils eine Stimme, unabhängig von der Höhe ihrer Anteile.

4. Die junge Welt hat engagierte Leserinnen und Leser. Viele von ihnen setzen sich in ihrem persönlichen Umfeld dafür ein, dass die junge Welt bekannter wird, werben Probeabos und verteilen Ansichtsexemplare. So wurde auch diese Ausgabe von vielen Unterstützern verteilt. Andere Zeitungshäuser geben Millionen für Werbung aus, junge Welt setzt auf die Unterstützung der Leserinnen und Leser, weil sie die Vorzüge der Zeitung am besten kennen. Neben den besonderen Inhalten ist dieser Umstand dafür verantwortlich, dass die junge Welt wohl die einzige überregionale Tageszeitung ist, deren Auflage steigt.

5. Die junge Welt ist in vielen kulturellen und politischen Formen aktiv. Immer im Januar veranstaltet sie die Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz mit 3.000 Besuchern. Quartalsweise ermöglicht sie die Herausgabe der Zeitschrift Melodie & Rhythmus, eines Magazins für Gegenkultur. Sie arbeitet mit anderen linken europäischen Tageszeitungen zusammen und veranstaltet in ihrer Berliner Ladengalerie Lesungen, Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen. Sie ist dabei, eine Grafiksammlung und ein Fotoarchiv aufzubauen. Trotz dieser und vieler anderer Aktivitäten: Kerngeschäft von Verlag, Redaktion und Genossenschaft bleibt die Herausgabe der Tageszeitung junge Welt. Erst das ermöglicht alle anderen Aktivitäten.

6. Die junge Welt hat eine außergewöhnliche Geschichte. Sie wurde 1947 als Wochenzeitung für die Jugend in der sowjetisch besetzten Zone gegründet (die DDR entstand erst 1949). Als Zentralorgan der Freien Deutschen Jugend (FDJ) wurde sie 1952 Tageszeitung. Mit dem Ende der DDR interessierten sich zunächst große westdeutsche Verlage für die auflagenstärkste Tageszeitung der DDR, um daraus ein Boulevardblatt à la Bild zu machen. Schließlich kaufte ein Westberliner die Junge Welt für eine Mark, im April 1995 wurde mitgeteilt, dass die Zeitung endgültig eingestellt werde. Der damalige Betriebsratsvorsitzende gründete daraufhin die Verlag 8. Mai GmbH (die nach wenigen Tagen die weitere Herausgabe der Zeitung absicherte) und mit anderen Kollegen und Lesern die Genossenschaft LPG junge Welt eG. Diese übernahm 1998 die Mehrheit am Verlag.

7. Die junge Welt macht ein faires Angebot. Neben dem hochwertigen Inhalt und engagierten Leserinnen und Lesern gibt es einen dritten zentralen Faktor für den Erfolg der jungen Welt: Jeder kann die Zeitung testen – und zwar gratis und unverbindlich! Der Verlag liefert die junge Welt für drei Wochen (ins europäische Ausland: zwei Wochen) in den Briefkasten des Bestellers. Das Probeabo endet nach diesen drei Wochen automatisch, es muss also nicht abbestellt werden. So kann jeder einen eigenen Eindruck von der Zeitung gewinnen. Der Verlag kann (und muss) sich diese Großzügigkeit leisten: Die Zeitung selbst ist das beste Argument für ein Abonnement.

Verlag, Redaktion und Genossenschaft junge Welt