Leserbrief zum Artikel Politische Agitation
vom 28.01.2012:
Eine andere Form von Rassismus oder moralische Vernichtung des Andersdenkenden?
Eine andere Form von Rassismus oder moralische Vernichtung des Andersdenkenden?
Als sich in den 70er und 80er Jahren langsam Kritik am Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern an die Öffentlichkeit wagte, sogleich auf heftigen Widerstand stieß und gleich mit der Antisemitismuskeule gedroht wurde, wurde die These aufgestellt, dass der "Philosemitismus" nur die andere Seite des Antisemitismus sei, der durch den Faschismus in einer Weise diskreditiert worden war, dass man sich zumindest in Deutschland in "politisch korrekter Weise" nicht mehr zu ihm bekennen konnte. Statt Philosemitismus sollte man, um Missverständisse zu vermeiden, heute allerdings eher von Antizionismus sprechen.
Nun hat der emeritierte Professor für Politik an der Fachhochschule Düsseldorf, Wolfgang Dreßen, in einem Interview in der Jungen Welt vom 30.7.2011 diese These bestätigt: "Antisemiten brauchen dabei ihren Rassismus gar nicht aufzugeben: Die abstrakt negative wird in eine abstrakt positive Bedeutung umgekehrt." Während der Antisemitismus die Juden wegen ihrer orientalischen Herkunft und ihres entsprechenden Aussehens und ihrer abweichenden Religion gegenüber den traditionellen europäischen Volksstämmen diffamierten und diskriminierten, bevorzugen die Prozionisten die weithin europäisierten Israelis - vermutlich auch wegen ihrer Übernahme der westlichen Zivilisation und Denkweise! - gegenüber ihren früheren und heutigen islamischen arabischen Nachbarn. Beides erfüllt zumindest teilweise die Bedingungen einer zeitgemäßen Definition von Rassismus, die stärker auf kulturelle als auf ethnische Unterschiede abstellt. Dabei dürfte natürlich auch das- für viele durchaus begründete - schlechte Gewissen der Deutschen gegenüber den Juden eine Rolle spielen, das nach Entlastung sucht und vielleicht auch zu einer Überkompensation führen kann.
Als sich in den 70er und 80er Jahren langsam Kritik am Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern an die Öffentlichkeit wagte, sogleich auf heftigen Widerstand stieß und gleich mit der Antisemitismuskeule gedroht wurde, wurde die These aufgestellt, dass der "Philosemitismus" nur die andere Seite des Antisemitismus sei, der durch den Faschismus in einer Weise diskreditiert worden war, dass man sich zumindest in Deutschland in "politisch korrekter Weise" nicht mehr zu ihm bekennen konnte. Statt Philosemitismus sollte man, um Missverständisse zu vermeiden, heute allerdings eher von Antizionismus sprechen.
Nun hat der emeritierte Professor für Politik an der Fachhochschule Düsseldorf, Wolfgang Dreßen, in einem Interview in der Jungen Welt vom 30.7.2011 diese These bestätigt: "Antisemiten brauchen dabei ihren Rassismus gar nicht aufzugeben: Die abstrakt negative wird in eine abstrakt positive Bedeutung umgekehrt." Während der Antisemitismus die Juden wegen ihrer orientalischen Herkunft und ihres entsprechenden Aussehens und ihrer abweichenden Religion gegenüber den traditionellen europäischen Volksstämmen diffamierten und diskriminierten, bevorzugen die Prozionisten die weithin europäisierten Israelis - vermutlich auch wegen ihrer Übernahme der westlichen Zivilisation und Denkweise! - gegenüber ihren früheren und heutigen islamischen arabischen Nachbarn. Beides erfüllt zumindest teilweise die Bedingungen einer zeitgemäßen Definition von Rassismus, die stärker auf kulturelle als auf ethnische Unterschiede abstellt. Dabei dürfte natürlich auch das- für viele durchaus begründete - schlechte Gewissen der Deutschen gegenüber den Juden eine Rolle spielen, das nach Entlastung sucht und vielleicht auch zu einer Überkompensation führen kann.