Leserbrief zum Artikel Der Schwarze Kanal: Revolution 21
vom 21.01.2012:
Ausgrenzend
Werner Pirker hat sich gründlich im Ton vergriffen. Gegen Christine Buchholz, eine entschiedene Kriegsgegnerin und Linke in der Linken, erhebt er den ungeheuerlichen Vorwurf, „Flankenschutz für den westlichen Interventionismus" zu geben. Er spricht den Vertretern einer ganzen sozialistischen Strömung, den Trotzkisten, pauschal Einsichtsfähigkeit ab und grenzt sie damit von der innerlinken Kommunikation aus. Fälschlicherweise behauptet Pirker unter Anspielung auf ein Zitat von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Buchholz' bekundete Solidarität mit der syrischen Bevölkerung sei "bedingungslos". Vielmehr kritisiert sie in ihrer Erklärung den Syrischen Nationalrat, der nur einen Teil der Protestbewegung repräsentiert, für dessen Annäherung an den Westen. Pirker verneint die rhetorische Frage, ob die von „Buchholz unterstützte Seite im syrischen Bürgerkrieg (…) tatsächlich die fortschrittliche (…) ist." Dahinter steht die fragwürdige Vorstellung, es gebe in diesem Konflikt nur zwei Seiten, zum einen den „Westen", zum anderen die syrische Regierung. Man spaltet die hiesige Friedensbewegung, wenn man die Sympathie für eine bestimmte Regierung zur Teilnahmebedingung erklärt. Das gilt übrigens nicht nur in Bezug auf Syrien, sondern auch im Falle Irans.