Leserbrief zum Artikel »Revolutionspatenschaften« für Syrien
vom 17.01.2012:
Der Gewaltfreiheit verbunden
In einem Beitrag der Jungen Welt vom 17. Januar wird die Syrien-Solidaritätskampagne "Adopt a Revolution" kritisiert. Diese wirbt in Deutschland um Unterstützung für politische Aktivisten in Syrien. Obwohl "Adopt a Revolution" sich ausdrücklich auf den gewaltfreien Widerstand gegen das menschenverachtende syrische Regime bezieht, wird kritisiert, diese Kampagne würde irgendwie am bewaffneten Kampf teilhaben.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Regierung von Assad ist delegitimiert und hat durch das systematische und oft wahllose Töten von Zivilisten ein sehr breites Spektrum von Menschen gegen sich aufgebracht. Die Frage ist nun, wie die aufgestaute Wut, die erlebten Ungerechtigkeiten und erlittene Folter politisch umgesetzt werden. Diejenigen Kräfte sich selbst zu überlassen, die dabei ausdrücklich Gewaltfreiheit propagieren und tagein, tagaus auf die Straße gehen und mit viel Mut der staatlichen Gewaltorgie entgegenstellen, wäre fatal.
In der Tat sollten Kampagnen internationaler Solidarität darauf achten, welche Anreize sie für die strategischen Überlegungen der Gruppen schaffen, die sie unterstützen. Bei "Adopt a Revolution" ist eindeutig, dass die Lokalen Komitees, welche die Gelder erhalten, der Gewaltfreiheit verbunden sind. Die Tatsache, dass sie es sind (und nicht zum Beispiel die Armeedissidenten) bedeutet: gewaltfreie Methoden erhalten Hilfe, andere nicht. Diese politische Einmischung kann mensch kritisieren, oder auch nicht (funding human rights is a human right...). Aber zu behaupten, "Adopt a Revolution" würde in irgendeiner Weise einen Gewalt unterstützen verdreht die Dinge völlig.
Hoffen wir, dass alle SyrerInnen bald die Chance bekommen, in Frieden zu leben. Bedingung dafür ist, dass eine Regierung übernimmt, die nicht friedliche Demonstranten erschießt. "Adopt a Revolution" hilft denen, die unbewaffnet daran arbeiten.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Regierung von Assad ist delegitimiert und hat durch das systematische und oft wahllose Töten von Zivilisten ein sehr breites Spektrum von Menschen gegen sich aufgebracht. Die Frage ist nun, wie die aufgestaute Wut, die erlebten Ungerechtigkeiten und erlittene Folter politisch umgesetzt werden. Diejenigen Kräfte sich selbst zu überlassen, die dabei ausdrücklich Gewaltfreiheit propagieren und tagein, tagaus auf die Straße gehen und mit viel Mut der staatlichen Gewaltorgie entgegenstellen, wäre fatal.
In der Tat sollten Kampagnen internationaler Solidarität darauf achten, welche Anreize sie für die strategischen Überlegungen der Gruppen schaffen, die sie unterstützen. Bei "Adopt a Revolution" ist eindeutig, dass die Lokalen Komitees, welche die Gelder erhalten, der Gewaltfreiheit verbunden sind. Die Tatsache, dass sie es sind (und nicht zum Beispiel die Armeedissidenten) bedeutet: gewaltfreie Methoden erhalten Hilfe, andere nicht. Diese politische Einmischung kann mensch kritisieren, oder auch nicht (funding human rights is a human right...). Aber zu behaupten, "Adopt a Revolution" würde in irgendeiner Weise einen Gewalt unterstützen verdreht die Dinge völlig.
Hoffen wir, dass alle SyrerInnen bald die Chance bekommen, in Frieden zu leben. Bedingung dafür ist, dass eine Regierung übernimmt, die nicht friedliche Demonstranten erschießt. "Adopt a Revolution" hilft denen, die unbewaffnet daran arbeiten.