Leserbrief zum Artikel »Wir haben den Finanzminister angezeigt«
vom 20.11.2009:
»Wir haben den Finanzminister angezeigt«
Der Begriff "Weimarer Verhältnisse" bekommt nun eine neue und besonders pikante Bedeutung. Und gleichzeitig harren wesentliche Fragen der öffentlichen Erörterung. Wie haben die Regierung bzw. die verantwortlichen handelnden Personen es konkret bewerkstelligt, den vier Aufrechten, die sich vorrangig dem Gemeinwesen und der Justitia verpflichtet fühlten, einen unfähigen und dilettantischen Begutachter auf den Hals zu jagen? Auch wenn die Motive klar sein dürften, ist dieser Krimi es wert, in Details nachgezeichnet zu werden. Zeigt es, das die reale Welt sowohl gruseliger als auch "spannender" ist als so mancher gut geschriebene Thriller. So warten die Menschen nun sehnsüchtig auf die erforderliche Fortsetzungsstory mit gutem Abschluss. Die gnadenlose Verfolgung der Auftraggeber, dann das erforderliche öffentliche Tribunal und zum Schluss die letzten Bilder vom Abgang der Tätergemeinschaft. Diese dramaturgische Vorgabe ist mit unserem Staat nicht zu machen. Es würde realdemokratische statt verbaldemokratische Verhältnisse in Staat und Gesellschaft voraussetzen. Und das ist nicht nur in Hessen ein Gräuel für die Herrschenden.
Niki Müller
Friedrichstadt
Niki Müller
Friedrichstadt