25.07.2016
Der Fall Temme
NSU-Prozess: Von ungehörten Schüssen und unsichtbaren Sterbenden zur unglaublichen Plausibilität. Das Kritikerlob des OLG München für die Performance eines Geheimdienstlers
Von Wolf Wetzel
Mit zwei Pistolenschüssen wurde Halit Yozgat am Nachmittag des 6. Juni 2006 am Tresen seines Kasseler Internetcafés getötet. Die erste Kugel traf ihn in die rechte Schläfe und riss ihn vom Stuhl. Ein weiteres Geschoss drang in seinen Hinterkopf ein, als er fiel. Das Oberlandesgericht (OLG) München hält laut Beschluss vom 12. Juli 2016 für glaubwürdig, dass der als Zeuge gehörte Andreas Temme, der damals im Nebenraum saß, keine Schüsse gehört habe – ein Mann, der ...
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