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D’At gestorben

Wenn es im Ballettsaal ganz still wird, weil die Arbeit gleichermaßen intensiv, poetisch und ergreifend ist, so weiß man: Das wird was. Hier entsteht etwas Außerordentliches. Bertrand d’At war ein Meister dieser Stille. Er war Direktor des Ballet du Rhin in Strasbourg, Statthalter des 2007 verstorbenen Choreographen Maurice Béjart. Ohne zu brüllen, aber mit sachlich unmißverständlichen Direktiven trieb er Tänzer an, ihr Bestes für ihr Publikum zu geben. Etwa in Berlin beim Staatsballett: In der Hauptstadt studierte d’At 2004 und 2013 mit sensationellen Erfolgen Béjarts Mammutwerk »Ring um den Ring« ein. Fünf bis sechs Stunden probte er täglich am Stück mit wechselnden Tanzkünstlern, wochenlang. Es kam vor, daß er bei Proben weinte – nicht vor Wut oder Ärger, sondern aus Rührung, weil die Künstler, die er malträtierte, so ergeben und erhaben tanzten. Manche hätten ihn gern in der Nachfolge von Vladimir Malakhov als Berliner Ballettchef gesehen. Am Mittwoch starb er in Mulhouse im Alter von 56 Jahren. (gis)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.07.2014, Seite 13, Feuilleton

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