21.10.2013
Wer schießt nachts?
Alles weglassen, was der Leser überblättert: In Jochen Rauschs neuem Roman »Krieg« geht es über mörderisches Terrain
Von André Poloczek
In den Nächten hört er Schüsse, wenn es denn Schüsse sind«, mit diesen Worten beginnt Jochen Rauschs Roman »Krieg«. Schon der erste Satz zeigt präzise an, was den Leser erwartet – sprachlich wie thematisch. Die Dunkelheit der Nacht, in der sich nicht alles erkennen läßt. Schüsse, nicht ein einzelner Schuß. Wer schießt nachts, wenn das Licht nicht ausreicht, um das Ziel klar zu erkennen? Und auf wen oder was wird geschossen? Wird überhaupt geschossen?
Der da S...
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