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Fleischbeschau bei Asylbewerbern

München. Flüchtlingsorganisationen laufen Sturm gegen die Altersfeststellung bei Asylbewerbern in Bayern. Das neue Prozedere gleiche einer »Fleischbeschau«, betonten Vertreter des bayerischen Flüchtlingsrats und der Flüchtlingsorganisation Pro Asyl. Zum angeblichen Schutz von Minderjährigen werden Asylbewerber ohne Dokumente in Bayern seit kurzem auch medizinisch begutachtet. Dies geschehe nach Angaben des zuständigen Arztes, Detlef Kunze, in drei Schritten: einer Befragung, einer Untersuchung und der Feststellung der Knochenreife durch Röntgen der linken Hand. Laut einem Schreiben der Bundesärztekammer ist die Altersfestsetzung »wissenschaftlich höchst umstritten« und sollte »auf keinen Fall« angewandt werden. Die Parteien hatten im Landtag einstimmig für dieses Konzept gestimmt.

(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.05.2012, Seite 1, Titel

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