22.02.2012 / Sport / Seite 16Inhalt

Am besten im Bett

Latin Lovers

Von André Dahlmeyer
Einen wunderschönen guten Morgen! Genius Lionel Messi absolvierte am Sonntag sein 200. Ligaspiel für den FC Barcelona. Da mußte was Besonderes her. Doch zunächst schockte der FC Valencia das Camp Nou: Pablo Piatti, der Messi-Spielzüge drauf hatte, als er noch bei Estudiantes im argentinischen La Plata kickte, erzielte bereits nach neun Minuten das 0:1 für die Gäste. Grund genug für unseren »Floh«, sein ultimatives Pokerface aufzusetzen. Los ging die Show.

Mitte der ersten Halbzeit notierte der Messias innerhalb von fünf Minuten zwei wie üblich formidable Treffer und wendete den Grillspieß sachlich um 180 Grad. Zum Pausen­sangriakübelsaufen überraschte »Pep« Guardiola sein Hätschelkind mit ein paar pazifistischen Stierkampfvideos aus dem schönen Portugal. Entspannt machte Messi weiter, wie er aufgehört hatte, erhöhte nach 75 Spielminuten auf 3:1 und kurz darauf auf 4:1, ehe auch Xavi Hernández das Ding in der Nachspielzeit noch mal reintun durfte. Messi ist definitiv nicht zu bremsen. Höchstwahrscheinlich ist er bereits der – nach Alfredo Dí Stéfano – beste Balltreter aller Zeiten.

Selbst ausgebremst hat sich sozusagen Ever Banega, ehemals Fünfer der Boca Juniors. Er wurde 2007 in Kanada U-20-Weltmeister mit Argentinien. Anschließend war er der Rädelsführer des Teils der Truppe, der eine Hotelsuite in Schutt und Asche legte. Banega filmte schön alles mit und stellte den Trash, ohne viel Zeit zu verlieren, ins World Wide Web. Das machte damals den FC Valencia auf ihn aufmerksam, der sich die Dienste des Kickers schließlich vertraglich sicherte. Es soll eine Klausel gegeben haben, die mit Hotelübernachtungen zu tun hatte.

Kurz bevor Banega bei Valencia präsentiert wurde, stellte er sein eregiertes Glied ins Netz. Das machte auch ziemlichen Wirbel. Zuletzt spielte er für Argentinien die Copa América. Der Sonntag war schon wieder einer dieser Tage, an denen Ever am besten im Bett geblieben wäre. Gegen »Barsa« durfte er nicht ran. Sein rechtes Knie hatte Aua! Nach dem morgendlichen Training steuerte er eine Tankstelle an. Blöderweise vergaß unser Sportsfreund, daß Autos Handbremsen haben; seine Blechbüchse machte sich selbständig und zerquetschte am Bordstein seinen linken Knöchel. So blöd muß man erst mal sein. Banega muß jetzt etwa sechs Monate pausieren, hat also viel Zeit, um über neue Internetschweinereien nachzudenken.

Alles richtig macht unterdessen Balltretgott Marcelo Bielsa als Übungsleiter von Athletic Bilbao. Die Basken gewannen am Sonntag das »Endspiel« um den Einzug in die europäischen Copas im hauseigenen San Mamés gegen Málaga mit 3:0. Bilbao-Keeper Iraizoz machte sich in Halbzeit uno unsterblich. Mit Glanzparaden entnervte er in Minute sieben den Venezolaner Rondón, dann Cazorla, dann wieder Rondón. Bilbao spielte auch noch im zweiten Abschnitt schlecht, aber als die Bielsa-Truppe am schlechtesten kickte, schlug sie eiskalt zu: Drei Tore in drei Minuten. Typisch Bielsa. 1:0 Amorebieta (der hatte das tödliche Tor gegen Argentinien in der WM-Quali notiert), sakkra. 2:0 San José, wieder nach ’ner Ecke und mit der Rübe. Den folgenden Mittelanstoß verlor Málaga sofort: 3:0 Torquero, Volley. Jetzt ist Bielsas Athletico in der Nähe der Champions-League-Ränge. Sauber, Loco! Ídolo!
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