30.10.2010
Was keiner erfahren soll
Nach fast einem Jahr befragt der Kundus-Untersuchungsausschuß erstmals eine afghanische Zeugin. Die Presse nimmt davon keine Notiz. Offenbar ist das so gewollt
Von Jörn Boewe
Vier bis sechs Taliban, aber 133 Zivilisten – das ist die
tödliche Bilanz des Luftangriffs von Kundus, den ein
Kommandeur der Bundeswehr am 4. September 2009 veranlaßte.
Habibe Erfan, Abgeordnete im Provinzrat von Kundus, Ärztin und
Aktivistin einer Organisation zum Schutz von Frauenrechten, nannte
die Zahlen am Donnerstag vor dem Verteidigungsausschuß des
Deutschen Bundestages. Keine Zeitung, kein Fernseh- oder
Rundfunksender der Republik berichtete darüber, ...
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