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Antifeministen organisieren sich

Konstanz/Zürich. Fünf schweizerische und deutsche Männerorganisationen blasen zum Aufstand gegen die »Unterdrückung der Männer«. Wie der Konstanzer Südkurier und der Schweizer Tages-Anzeiger berichten, veranstalten sie am 30. Oktober in Uitikon bei Zürich das erste Internationale Antifeminismus-Treffen. Initiiert wurde die Tagung von der Schweizer IG Antifeminismus, deren Präsidiert René Kuhn (SVP) erklärte, ein großer Teil der Männer sei »mit der heutigen übermäßigen Bevorteilung der Frauen und Diskriminierung der Männer nicht mehr einverstanden«. Die IG, deren Logo einen Mann zeigt, der ein abgewandeltes Symbol für weiblich in den Papierkorb wirft, hatte laut Tages-Anzeiger Schwierigkeiten, eine Räumlichkeit für das Treffen zu finden. Zudem habe die Zürcher Kantonalbank (ZKB) es abgelehnt, ein Konto für die Organisation einzurichten. »Wir sind an der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen mit Ihrem Verein nicht interessiert«, heißt es laut Zeitung im Ablehnungsschreiben. Für Kuhn, der Feministinnen gern als »ausgelumpte Vogelscheuchen« oder »Mannsweiber« bezeichnet, ein klarer Beweis, daß die ZKB »unter feministischer Kontrolle« ist. Weitere Veranstalter der Tagung sind die Schweizer Männerpartei und die deutschen Vereine »Manndat«, »Agens« und die Betreiber des Internetblogs »Der Maskulist«. (jW)

Weitere Informationen: www.antifeminismus.ch

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.10.2010, Seite 15, Feminismus

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