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Bahn AG boykottiert Gedenken an Naziopfer

Berlin/Friesenhagen. Zwischen dem Verein »Zug der Erinnerung« und der Deutschen Bahn AG (DB) bahnt sich ein neuer Konflikt an. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, verweigert die DB dem Zug mit einer Ausstellung über die Opfer der von der damaligen Reichsbahn ausgeführten Deportationen Jugendlicher in die Vernichtungslager der Nazis die Einfahrt auf dem Bahnhof Berlin-Spandau am 8.Mai. Auch weitere vom Verein geplante Stationen in der Hauptstadt wurden von der Bahn nicht bestätigt.

In den Konflikt ist inzwischen die Bundesnetzagentur eingeschaltet. Die staatliche Behörde hatte die Parteien am Montag zu einer Vermittlung nach Bonn eingeladen. Kurz zuvor sagte die DB ihre Teilnahme ab. Bereits in der Vergangenheit hatte die DB wiederholt die Präsentation der mobilen Ausstellung boykottiert, auch, indem sie horrende Gebühren je gefahrenen Kilometer und je Ausstellungsstunde auf Bahnhöfen erhebt. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.04.2010, Seite 1, Inland

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