15.01.2010
An die Substanz
Thomas Langhoffs »Nachtasyl« am Berliner Ensemble
Von Stefan Amzoll
Elend in der Guckkastenbühne. Krakeelende, stumme Kreaturen.
In moderne Lumpen gehüllt. Zu allen Wohl- und Schandtaten
bereit, sogar zum Sterben. Von Akt zu Akt derselbe Raum. Pritschen,
geschichtet, Türen, viereckige Löcher. Da kriechen die
Insassen rein und raus, glotzen. Pritschen, die wie Verliese sind.
Die dunkle Seite der Welt – grell, mit Neon, ins Bild
gesetzt. Ein Theater der Verdammten, der Menschen ohne Halt,
unfähig, sich selber aus dem Dreck zu zi...
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