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Faßberg bleibt neonazifrei

Von André Lenthe
Faßberg. In Faßberg wird es kein Schulungszentrum für Neonazis geben. Ursprünglich wollte der kürzlich verstorbene Rechtsanwalt und NPD-Funktionär Jürgen Rieger das Hotel in der niedersächsischen Gemeinde kaufen und ausbauen. Bis zuletzt gab es Gerüchte, daß andere Rechtsextremisten das Gebäude an Riegers Stelle erwerben werden. Am Mittwoch kam es zur Zwangsversteigerung des Komplexes vor dem Amtsgericht Celle. Eine Betreiberin mehrerer Sozialeinrichtungen gab das einzige Gebot ab und bekam den Zuschlag für 525808 Euro – etwa die Hälfte des Verkehrswertes. Sie plane dort ein Wohnheim mit Werkstatt für Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen einzurichten, erklärte die Unternehmerin gegenüber jW.

Bereits vor dem Versteigerungstermin demonstrierten etwa 100 Menschen mit einer Mahnwache vor dem Amtsgericht. Dort gab es spontanen Jubel, als bekannt wurde, daß die Gefahr eines Neonazizentrums endgültig gebannt ist. Antifaschistische Initiativen und Neueigentümerin verabredeten noch vor Ort, künftig weiter gegen Rechtsextremismus zu arbeiten.
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.12.2009, Seite 5, Inland

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