27.11.2009 / Ansichten / Seite 8Inhalt

Terror-Azubi des Tages: Mossad-Agent

Peinlich für den israelischen Geheimdienst. In Tel Aviv ist ein angeblicher Mossad-Nachwuchsagent beim Installieren einer angeblichen Autobombenattrappe aufgeflogen. Eine aufmerksame Passantin hatte Verdächtiges bemerkt und die Polizei informiert, die von der Übung ihres Geheimdienstes wiederum nicht gewarnt worden war. Erst nach langen Verhören wurde der Terroristen-Lehrling schließlich von seiner »Firma« ausgelöst. Der Mossad verweigert jede Auskunft.

»Fals Flag«-Terror, Operationen unter falscher Flagge, dienen der Diskreditierung Dritter; sie sollen von eigenen Aktivitäten ablenken bzw. Vorstöße legitimieren. Mit solchen Operationen wird immer wieder Weltgeschichte gemacht, wovon der »Überfall« auf den Sender Gleiwitz 1939 oder der »Vorfall« im Golf von Tonking 1964 zeugen, womit der deutsche Überfall auf Polen bzw. die US-Bombardierung der Demokratischen Republik Vietnam gerechtfertigt werden sollten.

Wenn es darum geht, Arabern besonders gemeine Verbrechen in die Schuhe zu schieben, hat sich Israel außerordentlich geschickt erwiesen. Einer der seltenen Fälle, bei denen zionistische Verbrecher nicht nur erwischt wurden und öffentlich eingestehen mußten, war die Lavon-Affäre 1954. Mossad-Agenten griffen als Araber verkleidet amerikanische und britische Ziele in Kairo an, um gegen Ägypten aufzuhetzen. Andere Fälle beschreibt etwa der ehemalige Mossad-Agent Victor Ostrovsky in seinem Buch »By Way of Deception«.

Nichtsdestotrotz reagierten die israelischen Medien verwundert, als nun ein Mossad-Lehrling beim Übungseinsatz aufflog. Doch vielleicht war es gar kein Azubi und auch keine »falsche« Bombe? Denn ein schwerer »Anschlag der Hamas« in Tel-Aviv würde die hochschlagenden Wellen der Israel-kritischen Stimmen im Ausland glätten. Bei Terroranschlägen im Nahen Osten muß die erste Frage immer lauten: »Wem nützt es?«

(rwr)
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