13.09.2008
Der subjektive Faktor
Eure Bücher, unsere Waffen (6): Der Freudo-Marxismus war in den sechziger Jahren eine bedeutsame Kombination zweier Befreiungstheorien
Von Walter Hanser
Im Westdeutschland der fünfziger und frühen sechziger Jahre war nur der Marxismus noch verrufener als die Psychoanalyse. Man wollte in Ruhe gelassen werden, das Unbewußte nicht in Gedächtnis und Bewußtsein vorrücken lassen. Für die antifaschistische Revolte um 1968 wurde so Sigmund Freud zu einer attraktiven Theorie-Ikone. Da es um Gesellschaftskritik ging, wurde der Freudo-Marxismus der dreißiger Jahre wiederentdeckt, nicht die Individualpsychologie. Besonders marx...
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