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01.07.2006
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Schlappe für die Genlobby
Bayern: Offizieller Bericht über Probeanbau von manipuliertem Mais belegt Gefahren
Genmanipulierter Mais kontaminiert gentechnikfreie Pflanzen weitaus stärker und über wesentlich größere Distanzen als bislang behauptet. Das geht aus einem Bericht über den sogenannten »Erprobungsanbau« mit genmanipuliertem Bt-Mais in Bayern hervor. Während die im Freistaat allein regierende CSU nur in Trippelschritten vom Genmaisanbau Abstand nimmt, fordert das Umweltinstitut München das endgültige Aus für transgene Pflanzen.
Der Bericht, der am Donnerstag vom bayrischen Landwirtschaftsminister Josef Miller in Freising vorgestellt wurde, kommt zu eindeutigen Ergebnissen, die die Behauptungen der Genmaislobby über die Unbedenklichkeit des Anbaus transgener Pflanzen ins Reich der Fabel verweisen. Festgestellt wurden unter anderem bis zu neun Prozent kontaminierte Pflanzen in 20 Metern Entfernung. Beim Erntegut konnte ein Anteil von weniger als 0.9 Prozent nachweisbar manipulierter Pflanzen – das ist der Schwellenwert, ab dem es als nicht gentechnikfrei zu kennzeichnen ist – erst bei »konventionellem« Mais erreicht werden, der in 75 Meter Abstand zum Gentechfeld gewachsen war.
Der Bericht sollte bereits im Frühjahr veröffentlicht werden, war aber auf Grund der brisanten Ergebnisse monatelang zurückgehalten worden. Die bayrische Staatsregierung muß nun einräumen, daß Kontamination über Pollenflug in einem viel weiteren Radius stattfindet, als Gentechnikbefürworter in Industrie und Politik bislang zugeben wollten. Selbst Minister Miller setzt sich nun für einen Mindestabstand von 150 Metern zu gentechnikfreien Kulturen ein. Die derzeitigen manipulierten Pflanzen bieten laut Miller auch keine Vorteile für die Bauern. Die Staatsregierung rät derzeit allen Landwirten vom Anbau von Genmais ab.
Andreas Bauer, Gentechnikreferent beim Umweltinstitut München, geht das nicht weit genug: »Zu der Erkenntnis, daß Pollen weiter fliegen als gedacht, hätte man auch kommen können, ohne die Umwelt mit transgenem Material zu verschmutzen. Aber wenigstens gibt es jetzt einen Beweis dafür, daß die angestrebte Koexistenz insbesondere für unsere bäuerliche Landwirtschaft nicht möglich ist.« Die CSU müsse jetzt »ihren Eiertanz beenden und für alle Zeiten aus der Genmanipulation aussteigen«, forderte Bauer.
Bt-Mais enthält ein Giftgen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Dieses Gift soll die Maispflanze vor dem Maiszünsler schützen, einem Schadinsekt, das vor allem in Maismonokulturen auftritt.(ots/jW)
Der Bericht, der am Donnerstag vom bayrischen Landwirtschaftsminister Josef Miller in Freising vorgestellt wurde, kommt zu eindeutigen Ergebnissen, die die Behauptungen der Genmaislobby über die Unbedenklichkeit des Anbaus transgener Pflanzen ins Reich der Fabel verweisen. Festgestellt wurden unter anderem bis zu neun Prozent kontaminierte Pflanzen in 20 Metern Entfernung. Beim Erntegut konnte ein Anteil von weniger als 0.9 Prozent nachweisbar manipulierter Pflanzen – das ist der Schwellenwert, ab dem es als nicht gentechnikfrei zu kennzeichnen ist – erst bei »konventionellem« Mais erreicht werden, der in 75 Meter Abstand zum Gentechfeld gewachsen war.
Der Bericht sollte bereits im Frühjahr veröffentlicht werden, war aber auf Grund der brisanten Ergebnisse monatelang zurückgehalten worden. Die bayrische Staatsregierung muß nun einräumen, daß Kontamination über Pollenflug in einem viel weiteren Radius stattfindet, als Gentechnikbefürworter in Industrie und Politik bislang zugeben wollten. Selbst Minister Miller setzt sich nun für einen Mindestabstand von 150 Metern zu gentechnikfreien Kulturen ein. Die derzeitigen manipulierten Pflanzen bieten laut Miller auch keine Vorteile für die Bauern. Die Staatsregierung rät derzeit allen Landwirten vom Anbau von Genmais ab.
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Andreas Bauer, Gentechnikreferent beim Umweltinstitut München, geht das nicht weit genug: »Zu der Erkenntnis, daß Pollen weiter fliegen als gedacht, hätte man auch kommen können, ohne die Umwelt mit transgenem Material zu verschmutzen. Aber wenigstens gibt es jetzt einen Beweis dafür, daß die angestrebte Koexistenz insbesondere für unsere bäuerliche Landwirtschaft nicht möglich ist.« Die CSU müsse jetzt »ihren Eiertanz beenden und für alle Zeiten aus der Genmanipulation aussteigen«, forderte Bauer.
Bt-Mais enthält ein Giftgen aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis. Dieses Gift soll die Maispflanze vor dem Maiszünsler schützen, einem Schadinsekt, das vor allem in Maismonokulturen auftritt.(ots/jW)
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