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Osterhase angezeigt

Ein Berliner Künstler hat den Osterhasen angezeigt. Wie ein Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft am Dienstag bestätigte, liegt eine Strafanzeige gegen den Osterhasen vor – wegen Verdachts der schweren Körperverletzung in Verbindung mit besonderer Heimtücke zur Befriedigung seiner niedersten Instinkte. Der Künstler habe seine Anzeige damit begründet, daß der Osterhase jedes Jahr zu Ostern gewaltige Mengen an gut getarnten Cholesterin- und Kalorienbomben verteile. Es seien bunt bemalte und harmlos aussehende Schoko- oder Marzipaneier, die teilweise auch mit Alkoholika gefüllt seien. Die Folge seien Herzinfarkte, Fettleibigkeit und Schlaganfälle. Ein Großteil der Menschheit werde vernichtet. In Sachsen, das durch die Sorben vielfältige Osterbräuche kenne, habe der »sadistische Überzeugungstäter« sein Treiben perfektioniert. »Suchen Sie diesen bösen Hasen, packen Sie ihn an seinen langen Löffeln und ziehen Sie ihn noch rechtzeitig vor Ostern aus dem Verkehr«, forderte der Künstler die Anklagebehörde auf. (AP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.04.2006, Seite 12, Feuilleton

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