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06.03.2026: Die Gästebücher der Familie Hess: Kunst, Politik und Soziale Gerechtigkeit - Damals und Heute

Das Münzenberg Forum wird am 6.März 2026 Gastgeber eines
einzigartigen Workshops sein, der das kraftvolle Zusammentreffen
von Kunst und Politik thematisiert.

Unter dem Titel
„Rediscovering the Hess Family Guestbooks:Art, politics and social justice then and now“
(Die Gästebücher der Familie Hess: Kunst, Politik und Soziale Gerechtigkeit - Damals und Heute)
wird ein vielseitiges Programm aus Vorträgen, Diskussion und Aktivitäten geboten, das sich um die kunstvoll gestalteten Gästebücher der Familie Hess dreht.

In diesen bemerkenswerten historischen Artefakten erscheinen
zentrale politische und künstlerische Persönlichkeiten des 20.
Jahrhunderts, darunter Wassily Kandinsky, Paul Klee und Lyonel
Feininger. und bieten Einblicke in eine enorm turbulente, zugleich
aber lebendige und kreative Epoche.
Alfred und Tekla Hess waren bedeutende Mäzene fortschrittlicher Künstler sowie politischer und kultureller Denker im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts. Nach dem Tod seines Vaters 1931 und angesichts der zunehmend beunruhigenden politischen und kulturellen Lage floh Hans Hess, ihr Sohn, 1933
aus Deutschland. Als europäischer jüdischer Emigrant ließ er sich im Vereinigten Königreich nieder und wurde ein führender Kunstkurator, Kommentator und Organisator der kulturellen und politischen Diaspora. Er setzte die Familientradition der Gästebücher fort und hielt das Erbe der Familie Hess lebendig,
radikale künstlerische, kulturelle und politische Aktivitäten in einer Zeit der Unterdrückung und des Kampfes zu unterstützen.

Die Veranstaltung wird mit den Gästebüchern der Familie arbeiten,
ihre Geschichte und die verflochtenen Verbindungen zwischen
wegweisenden und innovativen politischen und kulturellen
Denkern und Künstlern erforschen.

Zwischen wissenschaftlichen Perspektiven und zeitgenössischer
Relevanz verspricht der Tag ein abwechslungsreiches Programm.
Referenten wie

Dr. Thomas Flierl (Architekturhistoriker und Politiker),
Dr. Lucy Burke (Manchester Metropolitan University und Hans Hess Foundation),
Prof. Dr. Henry Keazor (Universität Heidelberg) und
Dr. Annemarie Jaeggi (ehemalige Direktorin des Bauhaus-Archivs)

werden die kulturelle Tradition der Gästebücher, die Rolle der Familie Hess innerhalb der Bauhaus-Bewegung und die heftigen, bis heute andauernden, ideologischen Kämpfe um Kunst in der Weimarer Republik beleuchten.

Anita Halpin, Tochter Hans Hess’ und ehemaligen Präsidentin der
National Union of Journalists, wird über die persönliche Bedeutung
der Wiederentdeckung dieses Familienarchivs sprechen.

Eine Konferenz, die fragt, wie Kultur im politischen Kampf entsteht und was wir aus der Vergangenheit für die Kämpfe, denen wir gegenwärtig gegenüberstehen, lernen können.

10:00 Uhr

Münzenberg- Saal
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin
Weitere Infos: https://www.hanshess.foundation/