24.02.2026: Ernst Busch in Filmen der Weimarer Republik: "Razzia in St. Pauli" (1932)
Beeinflusst vom poetischen Realismus des französischen Kinos (etwa in den wechselnden Bildern der Hafensequenzen), erzählt der Film Razzia in St. Pauli des Regisseurs und Drehbuchautors Werner Hochbaum eine Hamburger Geschichte aus dem Milieu kleiner, gescheiterter Leute, komprimiert in einem einzigen Tagesablauf der beiden Hauptpersonen, des kriminellen Matrosen-Karl (Friedrich Gnass) und seiner Ballhaus-Else (Gina Falckenberg). Karl ist nach einem Einbruch auf der Flucht vor der Polizei, am Abend gerät er in eine Razzia und wird festgenommen. Else geht müde nach Hause zurück. Auf der Leinwand aber, anknüpfend an den Prolog, erscheinen nun im Konter optimistisch stimmende Bilder vom Hafenbetrieb, dazu singt Ernst Busch am Ende aus dem Off den eindrucksvollen Song vom Heer der Hafenarbeiter.
Jerzy Toeplitz urteilte: „Vor allem die Dichte und Plastizität der Milieuschilderung, die Montagetechnik und die gelungenen Alltagsdialoge heben Hochbaums Film aus der konventionellen Filmlandschaft weit heraus.“ Verantwortlich für die Musik ist Kurt Levaal, die Songtexte stammen von Karl Behr.
Einführung und Kommentare: Dr. Jürgen Schebera
Moderation: Dr. Carola Schramm
Eine gemeinsame Veranstaltung von Helle Panke und der Ernst Busch Gesellschaft.
Kosten: 3 €
Veranstaltet durch: Helle Panke
18:00 Uhr
Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin Kopenhagener Str. 9 10437 Berlin Weitere Infos: https://www.helle-panke.de/de/topic/3.termine.html?id=3979