05.07.2012 / Thema / Seite 10

Wanted – dead or alive

Tot oder lebendig? Wie der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen afrikanische Staatschefs erließ und sich damit aktiv an der Vorbereitung von Kriegsverbrechen beteiligte

Gerd Schumann
Fatou Bom Bensouda scheint eine kluge Frau zu sein. Die 1961 in Gambia geborene neue Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs zu Den Haag (International Criminal Court, ICC), ehemals gambische Generalstaatsanwältin und Justizministerin, kam am 14. Juni 2012 anläßlich ihrer Amtsübernahme zu einer bemerkenswerten Einschätzung. Diese betrifft nicht nur ihre eigene hochdotierte Arbeitsstelle, sondern die gesamte wohlgesponserte Institution ICC. Bensouda: »Wir sind eine juristische Einrichtung, aber wir agieren immer in einem politischen Rahmen.« Und den setzen andere.

Ihre Erfahrung sammelte Bensouda während jener fast acht Jahre, in denen sie als Stellvertreterin des Argentiniers Luis Moreno-Ocampo diente, eines an US-Universitäten und in TV-Gerichtsshows gestählten Juristen. Dessen ICC-Karriere war von Skandalen begleitet, doch insbesondere machte er von sich reden durch die Haftbefehle gegen amtierende oder ehemalige Staatschefs: Omar Hassan A...

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