02.07.1999 / Feuilleton

Ein Alleswisser im Spiegelreich

Alberto Manguel schwadroniert über das Lesen und ermüdet seine Leser. Von Anne Hahn

Anne Hahn

»Nun haben wir uns gegenseitig besichtigt«, sagte das Einhorn. »Wenn du an mich glaubst, glaub ich auch an dich. Abgemacht?«

Alice hinter den Spiegeln, 7. Kapitel

Es ist schön, wenn ein Erwachsener noch träumen kann wie ein Kind. Aber stilisierte Kindlichkeit nervt. Bei Alberto Manguel mißfällt bereits auf den ersten Seiten dieser Drang, seine Seele ganz naiv auszubreiten, alles zu erklären, auf irgendeine Weise herzuleiten und auf sich selbst beziehen. Und da er als Autor an seine Leser glaubt, haben jene tunlichst auch ihm zu glauben. Manguels Glaube an die Allgemeingültigkeit seiner Ansichten hätte selbst seine Alice verwundert, die über allem schwebt. Dem I. Kapitel wird eine »Dank« genannte Leseanleitung vorausgeschickt, die Entstehung des vorliegenden Bandes umständlich beschrieben. Kleine Notizen im Anhang hätten bescheidener gewirkt. Die folgenden Seiten sind »Wer bin ich« überschrieben und befassen sich mit diesem und jenem und natürlich dem Autor ...

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