75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Thursday, 1. December 2022, Nr. 280
Die junge Welt wird von 2690 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €

Leserbrief verfassen

Betr.: Artikel Rassistische Muster sind Kontinuum

Artikel »Rassistische Muster sind Kontinuum« einblenden / ausblenden

Rassistische Muster sind Kontinuum

Die Türkische Gemeinde in Deutschland erklärte am Mittwoch zum 30. Jahrestag des Anschlags von Mölln:

Am 23. November 1992 verübten zwei Neonazis Brandanschläge in der Ratzeburger Straße und in der Mühlenstraße in Mölln. Dabei starben die zehnjährige Yeliz Arslan, ihre 14jährige Cousine Ayşe Yılmaz und die 51jährige Bahide Arslan, viele Bewohner*innen wurden verletzt. Der rassistische Gewaltakt ist zwar 30 Jahre her, die Relevanz für unser Zusammenleben bleibt aber immens.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat im Rahmen des 30. Jahrestags der Anschläge von Mölln die Gedenkorte in der Ratzeburger Straße und in der Mühlenstraße besucht und der Opfer gedacht. Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, sagt: »Es war emotional, die Gedenktafeln an den beiden Tatorten zu sehen und von einer Straße in die andere zu laufen. Mölln beschäftigt die türkeistämmige Community auch 30 Jahre später noch, weil wir als Gesellschaft in vielen Dingen nicht wesentlich weitergekommen sind. Das Narrativ vom rechtsextremen Einzeltäter, das Ausblenden rassistischer Strukturen, Täter-Opfer-Umkehr, ein katastrophaler Umgang mit Überlebenden und Betroffenen – dieses Muster zieht sich durch das Kontinuum rechter Gewalt in Deutschland.« (…)

»Es ist völlig egal, ob es 15, 30 oder 50 Jahre her ist, wenn wir als Gesellschaft nichts aus den Brandanschlägen von Mölln lernen«, mahnt Aslıhan Yeşilkaya-Yurtbay, Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland. »(…) Helmut Kohl hat damals bewusst nicht an der Trauerfeier für die Opfer von Mölln teilgenommen, um nicht in ›Beileidstourismus auszubrechen‹. Kohls Beileidstourismus von damals ist Merz’ Sozialtourismus von heute. Beide sind Ausdruck einer Politik, die die Gefahr von Rechtsextremismus und Rassismus nicht ernst genug nimmt, aber leider Kontinuität in Deutschland hat. Es muss zum absoluten Tabu werden, dass demokratische Kräfte in unserem Land diese rassistischen Narrative kalkuliert für ihre Zwecke nutzen!« (…)

Die Vertretung der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien in Deutschland teilte am Mittwoch mit:

Seit dem Wochenende bombardiert die Türkei die Gebiete der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien. Mindestens 25 Menschen sind durch die Angriffe bereits ums Leben gekommen. Alleine am Dienstag wurden 45 Orte angegriffen, darunter Krankenhäuser, Schulen und Ölfelder. Darüber hinaus zielen die Angriffe der Türkei immer öfter auf Infrastruktur, die dem Kampf gegen den IS dient. So wurde am Dienstag das Dorf Al-Makman in der Region Deir Al-Sor angegriffen. Dort gibt es viele IS-Schläferzellen und gemeinsame Antiterroroperationen der SDF mit der internationalen Anti-IS-Koalition. Hinzu kommt ein Drohnenangriff auf einen Stützpunkt der von der USA angeführten Anti-IS-Koalition in Hasaka, bei dem zwei Kämpfer der Antiterroreinheiten ums Leben kamen. Heute, am Mittwoch, dem 23. November, wurde zudem die Gegend um das Dscherkin-Gefängnis in Qamislo angegriffen, in dem viele IS-Kämpfer gefangenhalten werden. Khaled Davrisch, Vertreter der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien in Deutschland betont: »Die türkischen Bomben auf Nordostsyrien sind ein Zeichen der Hoffnung für den IS. Direkte Angriffe auf die internationale Anti-IS-Koalition und IS-Gefängnisse können nur als türkische Unterstützung für eine Wiederauferstehung des IS interpretiert werden.« (…)

Leserbriefe müssen redaktionell freigeschaltet werden, bevor sie auf jungewelt.de erscheinen. Bitte beachten Sie, dass wir die Leserbriefe Montags bis Freitags zwischen 10 und 18 Uhr betreuen, es kann also einige Stunden dauern, bis Ihr Leserbrief freigeschaltet wird.

Sie erklären sich damit einverstanden, dass wir dessen Inhalt ggfls. gekürzt in der gedruckten bzw. Online-Ausgabe der Tageszeitung junge Welt und in sog. sozialen Netzwerken wiedergeben können. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die junge Welt behält sich Kürzung Ihres Leserbriefs vor.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette (einblenden / ausblenden)

Netiquette

Liebe Leserin, lieber Leser,

bitte beachten Sie die folgenden Hinweise für Ihre Beiträge zur Debatte.

Ihr Leserbrief sollte sich auf das Thema des Artikels beziehen. Veröffentlicht wird Ihr Beitrag unter Angabe Ihres Namens und Ihres Wohnortes. Nachname und Wohnort können abgekürzt werden. Bitte denken Sie daran, dass Ihr Text auch nach Jahren noch im Internet auffindbar sein wird. Wir behalten uns eine redaktionelle Prüfung vor, ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Für uns und unsere Leser sind Ihre eigenen Argumente interessant. Texte anderer sollen hier nicht verwendet werden. Bitte bleiben Sie auch im Meinungsstreit höflich. Schmähungen oder Schimpfwörter, aggressive oder vulgäre Sprache haben hier keinen Platz. Denken Sie daran: »Auch der Haß gegen die Niedrigkeit verzerrt die Züge.« (Bertolt Brecht)

Äußerungen, die als diskriminierend, diffamierend oder rassistisch aufgefasst werden können, werden nicht toleriert. Hinweise auf kommerzielle Angebote jeder Art sind ausdrücklich nicht gewünscht. Bitte achten Sie auf die Orthografie und bitte nicht »schreien«: Beiträge, die in Großbuchstaben abgefasst wurden, werden von uns gelöscht.

Die Moderation bedeutet für unsere Redaktion einen zusätzlichen Aufwand: Leserbriefe zu älteren Artikeln sind deshalb nur befristet möglich. Außerdem kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis die Redaktion Ihren Leserbrief bearbeiten kann, dafür bitten wir um Verständnis. Orthografische Änderungen durch die Moderation machen wir nicht kenntlich, Streichungen mit eckigen Klammern.

Viel Freude am Debattieren!

Rosa-Luxemburg-Konferenz: Programm einsehen oder Tickets bestellen unter jungewelt.de/rlk