75 Ausgaben junge Welt für 75 €
Gegründet 1947 Donnerstag, 2. Dezember 2021, Nr. 281
Die junge Welt wird von 2593 GenossInnen herausgegeben
75 Ausgaben junge Welt für 75 € 75 Ausgaben junge Welt für 75 €
75 Ausgaben junge Welt für 75 €

Leserbrief verfassen

Betr.: Artikel Der Klang der Stadt

Artikel »Der Klang der Stadt« einblenden / ausblenden

Der Klang der Stadt

Ein hybrides Festival im Konzerthaus Berlin sucht nach akustischer Identität

Ähnlich wie sich die Pandemie schubweise entwickelt, kam auch das Musikleben gewissermaßen in Wellen wieder in Gang, wobei das Auf und Ab der Vorschriften weiterhin für einige (unangenehme) Überraschungen sorgt. Dennoch: Die langen Pausen haben interessante Ideen gedeihen lassen. Im Konzerthaus der Hauptstadt etwa haben sich Programm- und Orchesterdirektor Ulf Werner, die Dramaturgen und Musiker gefragt: Wie klingt Berlin? Darauf soll nun das Hybridfestival »The Sounds of Berlin« vom 25. bis 28. November Antworten geben.

Dessen Rückgrat bildet das Konzerthausorchester selbst mit Uraufführungen von Werken Berliner Komponisten sowie mit der Aufführung zeitgenössischer Werke. So wird Emilio Pomàrico am 26. November gemeinsam mit dem Vision String Quartet das Werk »Technología« für Streichquartett, zwei Orchestergruppen und Elektronik von Thorsten Encke uraufführen, zudem »Urbanica« von Christian Jost. Hinzu kommen »Scattered ways« von Sarah Nemtsov und »Nahe Ferne – Momente zu Ludwig van Beethovens Klavierstück B-Dur« von Aribert Reimann. Hochkarätigen Jazz verspricht ein Ensemble um die Pianistin Julia Hülsmann am Freitag im Kleinen Saal, während das Babylon Orchestra am Sonnabend europäische und nahöstliche Musik, Bigband-Sound und Orchesterklang verbindet. Die bekannte queere DJ Ipek mischt im Großen Saal traditionelle Musik des Mittleren Ostens und Anatoliens mit elektronischem Sound. Am selben Ort werden das Trickster Orchestra und Mitglieder des Konzerthausorchesters am Sonntag die hohe Kunst der Improvisation pflegen.

Etwas gänzlich Neues bringen die »Sounds of Berlin hybrid« am Sonntag um 16 Uhr. Publikumsgruppen an drei Orten – im Werner-Otto-Saal des Konzerthauses, im Maschinenhaus des Kindl-Kunstzentrums und in der Aula der Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg – werden online zu einer interaktiven Gemeinschaft zusammengeschaltet. Derweil improvisieren verschiedene Ensembles und Künstler, um ein Panorama des Berliner Sounds zu schaffen. Grundlage dafür ist auch eine »Videopartitur« des Künstlers Florian Japp, der diese auf Grundlage von Foto- und Videoeinsendungen erstellt hat. Geht es bei Japps um Orte der Stadt, so haben sich Tobias Kipp und Schüler der Gemeinschaftsschule deren Menschen gewidmet. In kurzen Animationsfilmen fragen sie nach deren Identität.

Der Anspruch der Veranstalter, die Vielfalt und Internationalität der Musikkulturen in Berlin abzubilden, scheint etwas hochgegriffen, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel das Konservatorium für Türkische Musik und andere nationale Ensembles aus Berlin nicht dabei sind. Vielleicht hätte man sie einbinden können, statt externe Gäste einzuladen. Eine leider nicht genutzte Chance. Dennoch ist das Festival von einigem Reiz. Der Livestream läuft auf den Konzerthauskanälen bei Youtube und Twitch.

Leserbriefe müssen redaktionell freigeschaltet werden, bevor sie auf jungewelt.de erscheinen. Bitte beachten Sie, dass wir die Leserbriefe Montags bis Freitags zwischen 10 und 18 Uhr betreuen, es kann also einige Stunden dauern, bis Ihr Leserbrief freigeschaltet wird.

Sie erklären sich damit einverstanden, dass wir dessen Inhalt ggfls. gekürzt in der gedruckten bzw. Online-Ausgabe der Tageszeitung junge Welt und in sog. sozialen Netzwerken wiedergeben können. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung. Die junge Welt behält sich Kürzung Ihres Leserbriefs vor.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette (einblenden / ausblenden)

Netiquette

Liebe Leserin, lieber Leser,

bitte beachten Sie die folgenden Hinweise für Ihre Beiträge zur Debatte.

Ihr Leserbrief sollte sich auf das Thema des Artikels beziehen. Veröffentlicht wird Ihr Beitrag unter Angabe Ihres Namens und Ihres Wohnortes. Nachname und Wohnort können abgekürzt werden. Bitte denken Sie daran, dass Ihr Text auch nach Jahren noch im Internet auffindbar sein wird. Wir behalten uns eine redaktionelle Prüfung vor, ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Für uns und unsere Leser sind Ihre eigenen Argumente interessant. Texte anderer sollen hier nicht verwendet werden. Bitte bleiben Sie auch im Meinungsstreit höflich. Schmähungen oder Schimpfwörter, aggressive oder vulgäre Sprache haben hier keinen Platz. Denken Sie daran: »Auch der Haß gegen die Niedrigkeit verzerrt die Züge.« (Bertolt Brecht)

Äußerungen, die als diskriminierend, diffamierend oder rassistisch aufgefasst werden können, werden nicht toleriert. Hinweise auf kommerzielle Angebote jeder Art sind ausdrücklich nicht gewünscht. Bitte achten Sie auf die Orthografie und bitte nicht »schreien«: Beiträge, die in Großbuchstaben abgefasst wurden, werden von uns gelöscht.

Die Moderation bedeutet für unsere Redaktion einen zusätzlichen Aufwand: Leserbriefe zu älteren Artikeln sind deshalb nur befristet möglich. Außerdem kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis die Redaktion Ihren Leserbrief bearbeiten kann, dafür bitten wir um Verständnis. Orthografische Änderungen durch die Moderation machen wir nicht kenntlich, Streichungen mit eckigen Klammern.

Viel Freude am Debattieren!