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11.12.2013, 07:22:17 / Weltfestspiele 2013

Besuch im Parlament

Von Christian Selz, Quito

„Viele Leute glauben, unser Prozeß sei nur eine Modernisierung des kapitalistischen Systems, aber es ist der erste Schritt zum Sozialismus hier in Ecuador“, stellte Diego Vintimilla, Sekretär für Internationale Beziehungen der Kommunistischen Jugend Ecuadors (JCE), gleich zu Beginn der Frage-und-Antwort-Runde klar. Der Jugendverband hatte am Dienstag Repräsentanten aller europäischen Delegationen zu einem Informationsfrühstück ins ecuadorianische Parlament geladen, dem Vintimilla als jüngster Abgeordneter angehört.

Kontakte mit den europäischen Genossen wolle seine Organisation knüpfen, erklärte Vintimilla. Offensichtlich war den Ecuadorianern aber auch sehr daran gelegen, die Schritte ihrer Revolution zu erklären. Vom Versuch „den Prozeß zu radikalisieren“ sprach der locker wirkende Jungpolitiker, ohne die Realität zu verschleiern. „Fast unmöglich“ sei es derzeit, vom Dollar loszukommen, erwiderte Vintimilla auf die Frage eines russischen Delegierten, warum sein Land nicht den russischen Rubel anstatt der US-amerikanischen Währung  verwende. „Für die Einheit in Lateinamerika“ sei es aber „sehr wichtig, vom Dollar wegzukommen“, ergänzte er: „Deshalb versuchen wir es.“

Anders als die Blaskapelle, die während des Treffens unten vor der Nationalversammlung für unerwartete musikalische Untermalung der Diskussionsrunde sorgte, übte sich Vintimilla in leiser Rhetorik. „Wir denken, daß nur der Staat und die Regierung die Ressourcen des Landes, insbesondere die strategischen, managen kann“, erläuterte er den Umbau der Wirtschaft hin zu mehr „sozialem Besitz“ – also einer stärkeren Rolle des Staates in der Wirtschaft. „Das nächste Mal, wenn ihr kommt“, so Vintimilla abschließend, „werden wir einen Schritt weiter zum Sozialismus sein“.

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