13.01.2018, 14:02:21 / Rosa-Luxemburg-Konferenz 2018

Über den Neoliberalismus in Afrika

Clotilde Ohouochi, ehemalige ivorische Sozialministerin, spricht über französischen Imperialismus in Afrika
Großer Andrang bei den Vorträgen auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz

Der Imperialismus scheut nicht die Entfesselung von Kriegen oder Bürgerkriegen. Das musste auch Clotilde Ohouochi am eigenen Leib erfahren. Von 2000 bis 2011 war sie Sozialministerin von Côte d’Ivoire. Doch durch einen Bürgerkrieg kam der vom französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy unterstützte Präsident Alassane Ouattara an die Macht, um die Interessen des Nordens durchzusetzen. Ohouochi musste flüchten. Sie ist Mitglied der linken Front Populaire Ivoirien.

In ihrem Referat ging sie auf die Auswirkungen des Imperialismus auf Afrika im Allgemeinen und auf Côte d’Ivoire im Speziellen ein. Sie erinnerte an die Berliner Konferenz von 1880, bei der die europäischen Mächte Afrika unter sich aufteilten. »Die Aufteilung der Welt in Einflussbereiche bleibt trotz Globalisierung eine brennende Realität«, stellte sie am Ende fest.

Am Beispiel von Côte d’Ivoire zeige sich das neoliberale Konzept des »Françafrique«: Französische Unternehmen erhalten in ehemaligen französischen Kolonien Privilegien und Zuschläge für Aufträge ohne Ausschreibung. Von den fast zweistelligen Raten des Wirtschaftswachstums in der Côte d’Ivoire merken viele Bewohner nichts. An der Armut im Land ändere der Aufschwung wenig. Für Ohouochi ist klar, wie man der Misere ein Ende bereiten kann: »Wir richten uns gegen die Auswüchse des ungezügelten Kapitalismus, gegen die Ausbeutung von Ressourcen gegen die Unterstützung von Diktatoren!«

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