09.01.2016, 18:38:52 / RLK 2016

Solidarität mit Kuba: Der Kampf geht weiter!

Von André Scheer
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»Kuba wird daran festhalten, den Sozialismus aufzubauen – und Kuba wird niemals vergessen, wer seine wirklichen Freunde sind«, darin waren sich im vollbesetzten Hauptsaal der Rosa-Luxemburg-Konferenz in der Urania die Gäste von der roten Insel einig. Alpidio Alonso Grau, Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, betonte in seiner Ansprache, dass sein Land niemals die Prinzipien und Werte der Revolution aufgeben werde. Es gehe bei den jüngsten politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen nicht um die Abschaffung des Sozialismus, sondern um seine Perfektionierung. Er erinnerte daran, dass in der demokratisch beschlossenen kubanischen Verfassung festgeschrieben ist, dass Kuba »unwiderruflich« sozialistisch sei.

Der Kampf müsse jetzt darum gehen, die Blockade der USA gegen sein Land wirklich zu beenden. US-Präsident Barack Obama verhalte sich widersprüchlich, wenn er einerseits im Kongress die Aufhebung der Blockade beantrage, andererseits aber nicht von seinen Möglichkeiten Gebrauch mache, direkt einzelne Bestimmungen der Blockadegesetze auszusetzen. So könne Obama die Beschränkungen aufheben, die die Einfuhr von Andenken und Geschenken aus Kuba in die USA durch Touristen erschweren. Er könne kranken US-Amerikanern auch erlauben, sich auf der Insel behandeln zu lassen. Insgesamt waren es nicht weniger als elf konkrete Punkte, die Alpidio Alonso Grau nannte.

Der kubanische Politiker, der sich vor allem als Dichter einen Namen gemacht hat, forderte auch zur Solidarität mit der rechtmäßigen Regierung Venezuelas gegen die Attacken der Rechten auf. Kuba werde immer an der Seite der sozialistischen, chavistischen und bolivarischen Revolution in dem südamerikanischen Land stehen.

Im Anschluss kündigte Miriam Näther von Cuba Sí dann Gerardo Hernández als Redner an. Nach 16 Jahren in US-Gefangenschaft war er zusammen mit zwei Leidensgefährten am 17. Dezember 2014 freigelassen worden und konnte in seine kubanische Heimat zurückkehren. Hernández gehörte zu den »Cuban Five«, die in Miami antikommunistische Terrorgruppen unterwandert hatten, um Anschläge auf ihre Heimat zu verhindern. Die US-Justiz verfolgte jedoch nicht die Terroristen, sondern die Aufklärer und verurteilte diese zu langjährigen Haftstrafen. Näther sprach davon, wie sie die Nachricht von der Heimkehr der damals noch drei inhaftierten Kubaner erfuhr. Das sei ein Moment gewesen, den man nie vergessen werde.

Im vollbesetzten Saal erhoben sich alle Zuhörer von den Stühlen, als Gerardo in einem Che-Guevara-T-Shirt und mit einem roten Stern an der Mütze ans Podium trat. Im Namen der fünf und ihrer Angehörigen dankte er der Solidaritätsbewegung für den unermüdlichen Kampf um ihre Befreiung. Er rief dazu auf, die Anstrengungen fortzusetzen, damit möglichst bald auch Mumia Abu-Jamal, Óscar López Rivera und Leonard Peltier auf der Bühne der Rosa-Luxemburg-Konferenz sprechen können. Auch die fünf selbst würden den Kampf fortsetzen – bis zur endgültigen Aufhebung der Blockade und bis zur Rückgabe des widerrechtlich von den USA besetzten Territoriums in Guantánamo. Als er seine Ansprache mit dem Ausruf »Es lebe der Sozialismus! Hasta la victoria siempre!« beendete, gab es im Saal kein Halten mehr. Stürmischer Beifall und Rufe wie »Cuba Sí – Yankees No!« verabschiedeten Gerardo Hernández, mit dem zum ersten Mal einer der »Cuban Five« in Deutschland war.

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