Mit Fidel auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz
Als Moderator Günter Pohl ihn fragte, wie er vorgestellt werden wolle, sagte der Gast: »Nennt mich einfach Dokumentarfilmer und Fotograf«. Roberto Chile aus Kuba hat 25 Jahre lang den früheren kubanischen Präsidenten Fidel Castro auf dessen Reisen begleitet. Daraus ist eine Fotoausstellung entstanden, die am 14. Januar in der jW-Ladengalerie eröffnet wird. Der deutschsprachige Katalog mit vielen beeindruckenden Aufnahmen ist bereits auf der Konferenz erhältlich.
jW-Autor Volker Hermsdorf, ein intimer Kenner Kubas, befragte Roberto Chile zu dessen Arbeit und darüber, wie es zu der Sammlung und Ausstellung von Fidel-Castro-Fotos gekommen ist. Chile berichtete daraufhin anhand von zwei Bildern, die er dem Publikum zeigte, wie er zu dem Schluss gekommen sei, dass er diese Aufnahmen nicht für sich behalten dürfe.
Roberto Chile hielt 1997, nach seinem Hochschulabschluss als Ingenieur für Nachrichtentechnik, erstmals eine Filmkamera in der Hand, und zwar in dem Filmkollektiv seines Bruders in der kubanischen Fischereiflotte. Er bezeichnet dies als Liebe auf den ersten Blick. Er begleitete Fidel Castro zwischen 1984 und 2006 durch Kuba und ins Ausland. An der Seite Castros hat er entscheidende Kapitel der kubanischen Geschichte filmisch dokumentiert, u. a. entstanden »En el corazón de América«, »De Hanoi a Hiroshima«, »Brasil, triunfa la esperanza«, »Argentina, Nuevos Aires« oder »Chávez y Fidel, hasta siempre«. Mit seinem Debütfilm »¿Quién es Al Giddings?« gewann Chile 1984 den nationalen Wettbewerb Premio Caracol in der Rubrik Dokumentation. Weiterhin hat er in mehr als 40 Kurzfilmen kubanische Künstler vorgestellt, darunter den Musiker Silvio Rodríguez sowie den Maler und Grafiker Eduardo Roca (Choco). Die Aufnahmen Chiles von Castro aus den Jahren 2010 bis 2012 wurden weltweit veröffentlicht.
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