12.02.2011, 18:12:34 / Buchmesse Havanna 2011

Von großen Damen - junge Welt präsentierte „Zucker und Salz" in Havanna

Von Katja Klüßendorf
Havanna erlebte »Zucker und Salz«
Havanna erlebte »Zucker und Salz«

„Den Film könnte ich immer wieder schauen", sage ich. Und auch meine Nachbarin im Kinosessel wischt sich vor lauter Rührung und leicht verschämt Tränen aus dem Gesicht.

Nach der Vorführung von „Azúcar y Sal" (Zucker und Salz) verrät mir Angela, eine der der vier kubanischen Protagonistinnen im Film, mit einem herzlichen Lachen, dass es ihr nicht anders ginge. Dabei habe sie ihn schon mehr als 25 Mal während der Filmreise durch Deutschland, Luxemburg und Schweiz vergangenen Herbst gesehen. Unter anderem auch in der Ladengalerie der jungen Welt in Berlin, Medienpartner der Tour, wo bei Rum und Empanadas die Idee für diese Vorstellung am 11. Februar im Pabellón Cuba im Rahmen der kubanischen internationalen Buchmesse gesponnen wurde.

Auf Einladung der jungen Welt präsentierten wir in Anwesenheit des Regisseurs Tobias Kriele und drei Protagonistinnen, Angela, Elena und María, den Film nun ein weiteres Mal auch einem kubanischen Publikum. Der Kinosaal war voll, zusätzliche Stühle wurden organisiert. Trotz dieses großen Interesses bei den Kubanern, seien die Reaktionen nicht mit der in Deutschland erfahrenen Begeisterung und Emotionalität vergleichbar, berichtet Tobias vom Podium. Nach einem Artikel in der jungen Welt vom September 2010 kamen sogar teilweise so viele Zuschauer zu den Filmvorführungen, dass manch einer wegen Überfüllung wieder nach Hause geschickt werden musste.

In Kuba ist die Begeisterung verhaltener. Hier würden die vier Freundinnen beispielhaft für Tausende weiterer Frauen stehen, die wie sie in der Sierra Maestra oder an anderer Stelle für die Revolution gekämpft haben - und es bis heute tun. Tobias weiß, dass nicht alle Kubaner sind wie diese vier Freundinnen. „Zumal nicht alle Kubaner Frauen sind", schiebt er schmunzelnd nach. Dabei waren es vor allem die Frauen, die die Revolution zu einer »Señora Mujer«, zu einer großen Dame, gemacht haben.

Unsere Freundinnen sind stolz und bescheiden zugleich. Jede Generation habe ihre Aufgabe. Es sind immer einfache, aber große Worte, die diesen Abend fallen und die mich mitreißen und anstecken. Darauf und auf die Freundschaft noch einen Cubanito – mit Blick aus der 33. Etage auf den Malecón und auf eine stürmische See. 

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