07.11.2010, 10:32:03 / Castorproteste 2010

Brutaler Polizeieinsatz – Wald voller Tränengas

Dannenberg. Trotz Angriffen durch die Polizei mit Wasserwerfern, Pfefferspray, Tränengas und Schlagstöcken haben Atomkraftgegner heute morgen an mehreren Stellen die Bahnstrecke zum Atommülllager Gorleben erreicht und damit begonnen, Schottersteine aus dem Gleisbett zu entfernen. Es wurde auch ein Pionierpanzer der Bundeswehr gesichtet.

Die Polizei ging nach Berichten von Augenzeugen mit großer Brutalität gegen die Kernkraftgegner vor. Es gibt mehrere Verletzte, insbesondere durch Reizgas und Pfefferspray. Die Polizei schoß darüber hinaus zahlreiche Tränengasgranaten ungezielt in den Wald. Es wurde auch ein Pionierpanzer der Bundeswehr gesichtet. Die betroffene Aktivisten-Gruppe zog sich daraufhin zurück, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Mischa Aschmoneit von der »Kampagne Castor Schottern« berichtet: »Nur durch einen unverhältnismäßigen Gewalteinsatz konnte die Polizei uns nach dem ersten Schottern wieder zurückdrängen. Der Wald ist voller Tränengas. Trotz der Polizeigewalt halten sich unsere Aktivisten an das Aktionsbild und steigen nicht auf die Polizei-Eskalation ein. Bei den Aktivisten gibt es immer noch eine große Entschlossenheit, den weiteren Tag zum Schottern zu nutzen und sich nicht einschüchtern zu lassen.«

Christoph Kleine, ebenfalls ein Sprecher der Kampagne, erklärt: »Wir fordern die Polizei dringend auf, die Weg der Gewalt zu verlassen. Sie ist auf dem besten Wege Stuttgart21 an der Castorschiene zu wiederholen. Es gibt bereits zahlreiche Verletzte durch Tränengas. Um die Verhältnismäßigkeit zu wahren gibt es für die Polizei nur einen Weg: Sie muss den Castorzug anhalten und anerkennen, dass sie ihn nicht gegen den Widerstand im Wendland durchsetzen kann.«

»Größte Sorge bereiten uns Berichte von ZDF-Journalisten, dass die Polizei sie aufgefordert habe, das Aktionsgebiet zu verlassen, weil sie nicht für die Sicherheit der Journalisten garantieren könne. Offensichtlich möchte die Polizei bei ihren Gewaltexzessen keine Zeugen haben«, sagt Kleine.
(jW)

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