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16.03.2018, 06:24:29 / #wsf2018

Widerstehen, gestalten, kämpfen

Von Peter Steiniger
Noch ein Foto zum Abschied: Companheiros e companheiras des WSF-Pressezentrums und Journalisten der alternativen Medien

Das war es also mit dem Weltsozialforum in der Hauptstadt von Bahia. Neunzehn Stunden trennen mich noch von Berlin, als ich am Sonntag nachmittag auf dem Flughafen von Salvador in die Maschine der Azul Linhas Aéras Brasileiras einsteige. Die Airline ist leider auch kein Sponsor dieses Blogs, aber ihr Name klingt so schön. Und schön ist auch die Stadt an der Allerheiligenbucht in Brasiliens Nordosten, die mehr Beachtung verdient, als ich ihr während der nur fünf Tage meines Aufenthalts schenken konnte. Von ihren warmherzigen Menschen nimmt man nicht leicht Abschied.

Während ich auf den Flug nach dem im Landesinneren gelegenen Belo Horizonte warte – von dort erst geht es dann für mich wieder zurück über den großen Teich –, spricht mich ein Reisender an, der auf meinem Notebookdisplay das Logo von junge Welt bemerkt hat. Albert Lieberg stellt sich mir vor und berichtet, dass auch er wegen des Weltsozialforums nach Salvador kam und dort an einer Veranstaltung mitgewirkt hat. Es sei darum gegangen, wie man Kräfte für einen Systemwechsel bündeln könne. »Der Systemwechsel« heißt auch Liebergs Buch. Erst vor wenigen Tagen habe er dazu eine Anzeige in unserer Zeitung gehabt. Also, warum nicht eine kleine Zugabe: »Utopie oder existentielle Notwendigkeit?« lautet der Untertitel des Werks. Ich tippe mal auf letzteres.

Das Wochenende über tagt noch der Internationale Rat des Weltsozialforums, doch für ein erstes Fazit ist es nicht zu früh. Salvador war ein echtes Comeback. Die Weltbewegung gegen die neoliberale Globalisierung hat bewiesen, dass sie weiter Impulse setzen kann. Etwa 1.500 Gruppen und Organisationen nahmen teil, überwiegend aus den Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas.

Brasiliens Linke nutzte das Weltsozialforum auch als Plattform für die aktuellen Kämpfe im Land und um sich der eigenen Stärke zu vergewissern. Salvador hat auch diesbezüglich, trotz der komplizierten Lage nach dem Machtwechsel 2016, die Erwartungen erfüllt.

Einige Nachträge zum Forum von Salvador werden hier sicher noch folgen. Mein Dank geht schon jetzt an alle, die diesem Blog Aufmerksamkeit geschenkt oder etwas dazu beigetragen haben. An die Redaktion zu Hause und hier besonders an meinen Kollegen André Scheer, der unser Außenpolitikressort leitet und dessen Herz sehr für das andere Amerika schlägt. Genauso an Jörg Tiedjen, der die Korrektur besorgte, und an Roland Wagner, der die Beiträge auf Twitter und Facebook postete. An die fleißigen Leute, die sich gerade um unsere Kampagne kümmern, damit die junge Welt mehr Leserinnen und Leser findet. Vielleicht möchten auch Sie die Zeitung einmal kostenlos ausprobieren?

Auf den Seiten der mit eigenen Beiträgen hier im Blog vertretenen Organisationen aus Deutschland und der Schweiz und der ihrer Partner finden sich viele weitere Informationen zum WSF 2018 und den dort gelaufenen Veranstaltungen. Wir wollen das gleiche: eine größere Öffentlichkeit für das Weltsozialforum und die wichtigen Fragen herstellen, die dort behandelt wurden. Eine große Umarmung sende ich an viele neue Freundinnen und Freunde in Salvador.

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An guten Gründen für Protest mangelt es sicher nicht – ganz im Gegenteil. Diese Zeit hat Opposition bitter nötig! Doch ganz gleich wie der Protest aussieht, gilt: Nur was man versteht, kann man verändern.

Genau hier setzt die junge Welt an. Jeden Tag liefern wir gut sortiert Informationen und Inspirationen, machen Hintergründe und Zusammenhänge verständlich. Knapp und bündig bietet die junge Welt konsequent linken Journalismus, an jedem Wochentag auf 16 und am Wochenende auf 24 Seiten.

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