27.09.2021 / Ausland / Seite 6

Rassistische Gewalt in Chile

Iquique. Die Vereinten Nationen haben rassistische Attacken am Rande einer fremdenfeindlichen Demonstration in der nordchilenischen Stadt Iquique verurteilt. Nach der Räumung eines Camps von Migranten hatten Demonstranten dort am Sonnabend deren Habseligkeiten verbrannt. »Das ist eine unangemessene Demütigung von besonders schutzbedürftigen Migranten, die sie in ihrer Intimsphäre betrifft«, schrieb der UN-Sonderberichterstatter für Migration, Felipe González, am Sonnabend auf Twitter. »Der fremdenfeindliche Diskurs, der Migration mit Kriminalität gleichsetzt und in Chile leider immer häufiger zu beobachten ist, nährt diese Art von Barbarei.«

Zuvor hatte die Polizei ein Lager von Venezolanern auf einem zentralen Platz in Iquique geräumt. In der Region im Norden von Chile waren in den vergangenen Wochen Tausende Migranten eingetroffen. Viele von ihnen lebten bereits seit Jahren in anderen Ländern, gerieten wegen der Coronapandemie allerdings in wirtschaftliche Schwierigkeiten und zogen deshalb weiter. (dpa/jW)

https://www.jungewelt.de/artikel/411183.venezolanische-migranten-rassistische-gewalt-in-chile.html