20.09.2021 / Ausland / Seite 2

USA schieben ab

Dramatische Situation von Migranten an Grenze zu Mexiko

Bilder zeigen die dramatische Lage von Tausenden gestrandeten Migranten unter einer Brücke in der Grenzstadt Del Rio im US-Bundesstaat Texas – und Washington reagiert mit mehr Abschiebung und Repression. Das US-Heimatschutzministerium kündigte am Sonnabend an, die Zahl der Flüge mit Geflüchteten nach Haiti und in andere Länder der Region sowie deren Passagierkapazitäten »in den nächsten 72 Stunden« auszuweiten. Zudem habe der Grenzschutz 400 zusätzliche Beamte abgestellt, um in dem ungenehmigten Lager »für Ordnung zu sorgen«.

Der Bürgermeister von Del Rio, Bruno Lozano, sagte vor Journalisten, mehr als 14.000 Menschen »warteten darauf, festgesetzt zu werden«. Beamte der örtlichen sowie der Bundesbehörden schickten Personal, Busse und Flugzeuge für den Einsatz. Die Regierung bemühe sich, »das Gedränge zu verringern und die Bedingungen für Migranten auf US-Territorium zu verbessern«, hieß es vom Heimatschutzministerium. Die Regierung arbeite mit den Herkunfts- und Transitländern der Region zusammen, damit sie die Menschen wieder aufnehmen.

Zuvor hatten Bilder für Aufsehen gesorgt, die Tausende Migranten unter einer Brücke am Rio Grande in Del Rio hausend zeigen. Die meisten der Menschen in dem Lager kommen aus Haiti und waren von Mexiko aus über den Rio Grande in die USA gelangt. Viele suchten unter der Brücke Schutz vor der Hitze.

Angesichts der Lage in Del Rio geriet US-Präsident Joseph Biden unter Beschuss – sowohl von seiten der oppositionellen Republikaner als auch seiner Demokraten. Die Republikaner warfen Biden vor, mit seiner Entscheidung, Haitianern nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse Ende Juli einen Verbleib in den USA auch ohne gültiges Visum zu erlauben, weitere Migranten zur Reise in die USA motiviert zu haben. Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar hatte den Präsidenten dagegen aufgerufen, mehr zu unternehmen, um den Migranten in Del Rio zu helfen. »Lasst uns diesen Leuten helfen, die hier gestrandet sind, und schnell handeln, bevor diese herzzerreißende Situation unkontrollierbar wird.« Die US-Behörden hatten im Juli und August jeweils mehr als 200.000 Anträge von Migranten an der mexikanischen Grenze bearbeitet, die meisten Menschen wurden abgewiesen. (AFP/jW)

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