24.05.2019 / Inland / Seite 5

Bosch muss zahlen

Konzern kann Kapitel beim Dieselskandal abhaken

Für den Autozulieferer Bosch ist ein weiteres Verfahren im VW-Dieselskandal abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ein Bußgeld in Höhe von 90 Millionen Euro verhängt, wie die Behörde am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Der Konzern ist in den VW-Skandal verstrickt, weil der Zulieferer die Steuerung geliefert hat, mit deren Software Volkswagen Dieselmotore manipulierte. Das führte laut Staatsanwaltschaft dazu, dass die jeweiligen Fahrzeuge mehr Stickoxide ausstießen als zulässig.

Die Ermittler haben den Angaben zufolge auch die Ergebnisse anderer Staatsanwaltschaften einfließen lassen. Bei der Geldbuße wurde außerdem berücksichtigt, dass die Verantwortlichen seit Oktober kooperiert haben.

Weltweit ist das Unternehmen mit weiteren Klagen konfrontiert. Das verhängte Bußgeld fällt mit 90 Millionen Euro deutlich niedriger aus als etwa bei Volkswagen und dessen Töchtern Audi und Porsche, die zusammen Summen von mehr als zwei Milliarden Euro zahlen mussten. Auch gegen Daimler läuft derzeit ein Bußgeldverfahren.

In Baden-Württemberg hatte schon das Bußgeld von Porsche (535 Millionen Euro) Begehrlichkeiten geweckt. Die Überlegungen reichen von der Verkehrsentwicklung bis hin zu einer Klimaschutzstiftung (CDU), der Nachrüstung für Dieselautos (SPD) oder der Tilgung von Schulden (FDP). Andererseits landet weniger Geld im Staatssäckel, denn Bosch kann ebenso wie Porsche die Gewinnabschöpfung steuerlich geltend machen. (dpa/jW)

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