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Hintergrund. Kämpfe mit Fatah Al Islam dauern an

Nach den heftigen Kämpfen im Libanon zwischen Armee und Islamisten sind 20 Anhänger der Fatah Al Islam wegen Terrorismus angeklagt worden. Den festgenommenen Verdächtigen droht die Todesstrafe, berichtete der österreichische Standard am Mittwoch unter Berufung auf Justizkreise in Beirut. Tags zuvor hatten sich die libanesische Armee und Fatah Al Islam am Flüchtlingslager Nahr Al Bared die schwersten Kämpfe seit einer Woche geliefert. Die Armee feuerte am Dienstag abend Granaten auf das palästinensische Camp nahe der nordlibanesischen Stadt Tripoli. Die im Innern der von Soldaten umstellten Siedlung verbarrikadierten militanten Islamisten antworteten mit Mörsergranaten und Maschinengewehrsalven.

An dem Lager waren vor mehr als einer Woche die schwersten Kämpfe seit dem 1990 beendeten Bürgerkrieg ausgebrochen. Die Regierung von Fuad Siniora macht die von dort aus operierende Gruppe Fatah Al Islam, die 2006 erstmals in Erscheinung getreten war, für die Gewalt verantwortlich. Der Großteil der ehemals 40.000 Bewohner von Nahr Al Bared sind inzwischen geflohen. Nach Berichten der Vereinten Nationen harren noch zwischen 3000 und 8000 Zivilisten im Flüchtlingslager aus. Seit dem ersten Tag der Kämpfe gibt es kein fließendes Wasser und keinen Strom mehr. Die Nahrungsmittel werden knapp. Libanesischen Sicherheitskräften ist ein Zugang zu den Flüchtlingslagern laut Vertrag mit palästinensischen Organisationen untersagt. Versuche von Vertretern dieser Gruppen, die die Islamisten zum Aufgeben bewegen wollen, blieben bislang ohne Erfolg.
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Von den aus Nahr Al Bared geflohenen Palästinensern sind etwa 15000 ins Beddawi-Camp gekommen. Sie haben damit die Einwohnerzahl dieser kleinen Stadt im Nordlibanon auf einer Grundfläche von anderthalb Quadratkilometern verdoppelt. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 01.06.2007, Seite 3, Schwerpunkt

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