Zum Inhalt der Seite

Kotz

Der Berufsverband Bildender Künstler Berlins (BBK) hat die Deutsche Bahn wegen des neuen Kunstwerks vor dem Hauptbahnhof scharf kritisiert. Das Werk »Rolling Horse«, das Bahnchef Hartmut Mehdorn ausgewählt habe, sei von kaum zu überbietender Provinzialität, sagte der Vereinsvorsitzende Herbert Mondry. Das Kunstgebilde sei in seinen wesentlichen Merkmalen eine Replik der seit Jahren in Heidelberg stehenden Plastik »S-printing horse«, die Mehdorn als früherer Chef der Heidelberger Druckmaschinen AG in Auftrag gegeben habe.

Weil das Werk an zentraler Stelle mit internationaler Breitenwirkung stehe, stelle sich die Frage, wer »die Mißhandlung des öffentlichen Raumes« verantworten wolle. Eigentümer der Bahn sei die Bundesrepublik Deutschland, fügte der Kunstexperte hinzu. »So wie hier kann und darf sie sich nicht künstlerisch repräsentiert sehen.« Mondry forderte die Bundesregierung auf, mit einem seriösen Wettbewerbsverfahren für die künstlerische Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes zu sorgen.
Anzeige


(ddp/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 01.06.2007, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!