jW berichtet anders: Jetzt am Kiosk!
Gegründet 1947 Sa. / So., 21. / 22. Mai 2022, Nr. 118
Die junge Welt wird von 2629 GenossInnen herausgegeben
jW berichtet anders: Jetzt am Kiosk! jW berichtet anders: Jetzt am Kiosk!
jW berichtet anders: Jetzt am Kiosk!
Aus: Ausgabe vom 24.04.2007, Seite 15 / Betrieb & Gewerkschaft

Lesetipps

ERA-Konflikt und Streikbilanz

Der aktuelle express setzt die in der vergangenen Ausgabe begonnene Auseinandersetzung mit den Wirkungen des von der IG Metall vereinbarten Entgeltrahmen-Abkommens (ERA) fort. Neben einer vom Stuttgarter Daimler­Chrysler-Betriebsrat Tom Adler verfaßten Analyse finden sich Stellungnahmen der Oppositionsgruppen »alternative« (Daimler Untertürkheim) und GoG (Opel Bochum) zur betrieblichen Umsetzung der »Tarifreform«. Ein ähnliches Desaster wie der IG Metall bei ERA droht auch ver.di mit der im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD) angelegten neuen Entgeltordnung, mit der sich Hugo Claus befaßt.

Einige, der Stuttgarter ver.di-Broschüre »unser.streik« entnommene Texte ziehen Bilanz von der wochenlangen Streikbewegung in Land und Kommunen im vergangenen Jahr. Weitere Themen: Tarifergebnis in der Chemieindustrie, Verhandlungen beim Airline-Caterer Gate Gourmet sowie Bahnprivatisierung.

express Nr. 3–4/2007 – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit. 20 Seiten 3,50 Euro. labournet.de/express

Geschichte im Nordosten

Der VSA-Verlag hat eine weitere Arbeit zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung vorgelegt. Unter dem Titel »Im Wandel solidarisch bleiben« befaßt sich Friedrich Stamp auf 456 Seiten mit den Metallarbeitern und ihren Gewerkschaften in Mecklenburg und Vorpommern. »Auch wenn die Metallerinen und Metaller in Mecklenburg-Vorpommern und in den alten nördlichen Bundesländern auf einige Jahrzehnte getrennter Entwicklung zurückblicken, so bleibt die Erkenntnis, daß der soziale Fortschritt gemeinsam erstritten, erkämpft und zum Teil erstreikt werden muß«, schreibt Jutta Blankau, Leiterin des IG-Metall-Bezirks Küste, der neben Mecklenburg-Vorpommern auch Hamburg und Schleswig-Holstein umfaßt, in ihrem Vorwort. Tatsächlich könnte Stamps Arbeit einen Beitrag dazu leisten, bei vielen westdeutschen Kollegen bestehende Wissenslücken über die Situation und gewerkschaftliche Arbeit in Betrieben und Massenorganisationen der DDR zu schließen. Zudem findet sich eine detaillierte Darstellung der Anfänge der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung im frühen 19. Jahrhundert, der Auseinandersetzungen in der Weimarer Republik und während des Faschismus sowie mit der dramatischen Arbeitsplatzvernichtung in Gefolge der Privatisierungen in den 90er Jahren.

Friedrich Stamp: Im Wandel solidarisch bleiben. Geschichte der Metallarbeiter und ihrer Gewerkschaften in Mecklenburg-Vorpommern. Hamburg: VSA 2007. 456 Seiten, 16,80 Euro ISBN 978-3-89965-225-3 (dab)

Mehr aus: Betrieb & Gewerkschaft