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Protest gegen Spitzelaufruf

Berlin. Der Vorstoß Bayerns zur »Terroristensuche« an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) stößt auf bundesweiten Protest. Der bundesweite Dachverband der Studierendenschaften erwägt laut einer Erklärung vom Donnerstag eine Klage gegen den »Spitzelaufruf». In einem Rundschreiben der LMU war Anfang der Woche von allen Unimitarbeitern verlangt worden, »verdächtig erscheinende Wahrnehmungen, die Rückschlüsse auf eine islamisch-fundamentalistische Haltung zulassen, unverzüglich mitzuteilen«. Damit sei man einer Forderung des Innenminsteriums nachgekommen, erklärte die Unileitung. Mehrere Universitäten in anderen Bundesländern schlossen am Donnerstag aus, dem Beispiel Münchens zu folgen. Die stellvertretende Linkspartei-Vorsitzende Petra Pau nannte den Vorfall »ungeheuerlich«. Auch zu Unrecht Verdächtigten drohe, »lebenslang und weltweit als potentieller Terrorist diffamiert« zu werden.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 16.03.2007, Seite 5, Inland

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