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Arme Jungs

Als Konsequenz aus dem Amoklauf an der Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten will Nordrhein-Westfalen Jungen speziell fördern. Gerade in der Pubertät hätten diese oftmals mehr Schwierigkeiten als gleichaltrige Mädchen, sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) am Montag in Emsdetten. »Jungs sind schlechter im Lesen und Schreiben und haben oft Probleme, sich in ihr soziales Umfeld einzupassen«, fügte sie hinzu. Deshalb müßten die männlichen Schüler speziell gefördert und betreut werden. Auch eine Form des antifeministischen Rollbacks: Mitte der neunziger galt es noch als mehrfach statistisch ausgewiesene Binsenweisheit, daß Mädchen und Frauen in Schule und Hochschule benachteiligt werden, da die Lehrkräfte – egal welchen Geschlechts – automatisch sich mehr den Jungen und Männern zuwenden würden.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.12.2006, Seite 13, Feuilleton

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