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Später Prozeß nach Bücherverbrennung

Halle. Im Falle der Verbrennung des »Tagebuchs der Anne Frank« im Juni in Pretzien bei einen Sonnenwendfeier, bei der unter anderem der Bürgermeister des Ortes Friedrich Harwig anwesend war und nicht eingriff, ist nun der Prozeß terminiert. Ende Februar nächsten Jahres sollen sich sieben Verdächtige vor dem Amtsgericht Schönebeck verantworten. Das ist acht Monate nach der Tat und vier Monate nach Erhebung der Anklage. »Ich habe kein Verständnis dafür«, sagte ausgerechnet Harwig gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung (Dienstagausgabe). Diese Verzögerung gebe denjenigen Auftrieb, »die sagen, das war ja nicht so schlimm«. Kritik kommt aber auch vom Direktor des Berliner Anne-Frank-Zentrums, Thomas Heppener. Er sprach von einem »unglücklichen Signal«.

(ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 29.11.2006, Seite 15, Antifaschismus

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