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27.07.2006
- → Ausland
Stahlriese wird zum Giganten
Mittal kontrolliert nach Milliardenofferte 92 Prozent an Arcelor
Der weltgrößte Stahlkonzern Mittal Steel kontrolliert jetzt knapp 92 Prozent der Anteile an seinem bisherigen Rivalen Arcelor. Wie Mittal Steel am Mittwoch in London bekannt gab, willigten 91,88 Prozent der Arcelor-Teilhaber in das 25 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot ein. Die Offerte wurde für die übrigen Arcelor-Anteilseigner bis zum 17. August verlängert. Beide Unternehmen hatten sich Ende Juni nach einer monatelangen Übernahmeschlacht auf den Zusammenschluß zum mit Abstand größten Stahlhersteller der Welt geeinigt.
Mitte Juli hatte Mittal nach eigenen Angaben bereits 50 Prozent der Arcelor-Aktionäre hinter seinen Plan gebracht. Dies war das zum Gelingen des Projekts erforderliche Minimum. Nach der Fusion sollen die Arcelor-Aktionäre 50,6 Prozent am neuen Unternehmen Arcelor Mittal halten; die bisherigen Mittal-Anteilseigner 49,4 Prozent.
Dabei soll die Familie von Konzerngründer Lakshmi Mittal mit 43 Prozent nur noch eine Minderheit kontrollieren, aber mit Abstand größter Einzelaktionär bleiben.
Durch den Zusammenschluß der Branchenriesen entsteht der mit Abstand größte Stahlkonzern der Welt. Pro Jahr kommt Arcelor Mittal auf eine Produktion von 118 Millionen Tonnen – so viel, wie für den Bau von 16000 Eiffel-Türmen nötig wäre. Der Weltmarktanteil liegt bei gut zehn Prozent, wobei der Gigant mit 61 Stahlwerken in 27 Ländern die Konkurrenz weit abhängt: Auf Platz zwei folgt künftig das japanische Unternehmen Nippon Steel, das auf weniger als ein Drittel der Produktion von Arcelor Mittal kommt. Der Jahresumsatz des neuen Konzerns beläuft sich auf 55 Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter auf 320000.
In Deutschland haben beide Konzerne zusammengerechnet 16300 Mitarbeiter, ein Fünftel aller Stahlbeschäftigten. Arcelors Niederlassungen machen mit rund 14500 Jobs den größten Teil aus. Wichtigste deutsche Standorte des Luxemburger Konzerns sind die Stahlwerke Bremen (3700 Mitarbeiter), Eko-Stahl in Eisenhüttenstadt (2750 Beschäftigte) sowie die Dillinger Hütte im Saarland (5300 Mitarbeiter, wobei Arcelor knapp 50 Prozent am Unternehmen hält). Mittal kommt mit den Hamburger Stahlwerken, der Stahlschmelze Ruhrort und dem Drahtwalzwerk Duisburg-Hochfeld auf rund 1800 Bechäftigte. Laut IG Metall sind größere Stellenstreichungen und Werksschließungen nicht zu erwarten, weil es kaum Überschneidungen zwischen Arcelor und Mittal gibt.
(AFP/jW)
Mitte Juli hatte Mittal nach eigenen Angaben bereits 50 Prozent der Arcelor-Aktionäre hinter seinen Plan gebracht. Dies war das zum Gelingen des Projekts erforderliche Minimum. Nach der Fusion sollen die Arcelor-Aktionäre 50,6 Prozent am neuen Unternehmen Arcelor Mittal halten; die bisherigen Mittal-Anteilseigner 49,4 Prozent.
Dabei soll die Familie von Konzerngründer Lakshmi Mittal mit 43 Prozent nur noch eine Minderheit kontrollieren, aber mit Abstand größter Einzelaktionär bleiben.
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Durch den Zusammenschluß der Branchenriesen entsteht der mit Abstand größte Stahlkonzern der Welt. Pro Jahr kommt Arcelor Mittal auf eine Produktion von 118 Millionen Tonnen – so viel, wie für den Bau von 16000 Eiffel-Türmen nötig wäre. Der Weltmarktanteil liegt bei gut zehn Prozent, wobei der Gigant mit 61 Stahlwerken in 27 Ländern die Konkurrenz weit abhängt: Auf Platz zwei folgt künftig das japanische Unternehmen Nippon Steel, das auf weniger als ein Drittel der Produktion von Arcelor Mittal kommt. Der Jahresumsatz des neuen Konzerns beläuft sich auf 55 Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter auf 320000.
In Deutschland haben beide Konzerne zusammengerechnet 16300 Mitarbeiter, ein Fünftel aller Stahlbeschäftigten. Arcelors Niederlassungen machen mit rund 14500 Jobs den größten Teil aus. Wichtigste deutsche Standorte des Luxemburger Konzerns sind die Stahlwerke Bremen (3700 Mitarbeiter), Eko-Stahl in Eisenhüttenstadt (2750 Beschäftigte) sowie die Dillinger Hütte im Saarland (5300 Mitarbeiter, wobei Arcelor knapp 50 Prozent am Unternehmen hält). Mittal kommt mit den Hamburger Stahlwerken, der Stahlschmelze Ruhrort und dem Drahtwalzwerk Duisburg-Hochfeld auf rund 1800 Bechäftigte. Laut IG Metall sind größere Stellenstreichungen und Werksschließungen nicht zu erwarten, weil es kaum Überschneidungen zwischen Arcelor und Mittal gibt.
(AFP/jW)
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