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Aus: Ausgabe vom 07.03.2026, Seite 8 / Kapital & Arbeit
USA, Venezuela und Shell

Ausverkauf Venezuelas geht voran

Von Frederic Schnatterer

Die USA und Venezuela nehmen ihre diplomatischen und konsularischen Beziehungen offiziell wieder auf. In einer Erklärung des US-Außenministeriums vom Donnerstag (Ortszeit) heißt es, der Schritt diene »unseren gemeinsamen Bemühungen zur Förderung der Stabilität, zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung und zur Förderung der politischen Aussöhnung«. Die damalige Regierung von Nicolás Maduro hatte die Beziehungen zu den USA 2019 abgebrochen, nachdem Washington den sich selbst als »Übergangspräsident« bezeichnenden Juan Guaidó als legitimes Staatsoberhaupt anerkannt hatte.

Mittlerweile sitzt Maduro in einem Gefängnis in New York City, wohin ihn Anfang des Jahres US-Eliteeinheiten verschleppt hatten. Im Präsidentenpalast in Caracas sitzt Übergangspräsidentin Delcy ­Rodríguez. Deren Regierung zeigte sich in einer Erklärung davon »überzeugt«, der Schritt werde »Möglichkeiten für positive Beziehungen von gegenseitigem Nutzen eröffnen«.

Besonders profitieren dürften allerdings westliche Konzerne. Am Donnerstag unterzeichnete der britische Ölriese Shell mehrere Abkommen über Öl- und Gasprojekte mit der venezolanischen Regierung. Eines der Projekte ist das Offshoregasfeld »Dragon«, das Shell wegen der US-Sanktionen zuletzt nicht hatte weiterentwickeln können. Im Beisein des US-Innenministers Doug Burgum erklärte ­Rodríguez: »Wir freuen uns sehr, diese Vereinbarungen mit Shell im Gas- und Ölbereich zu erzielen und das neue Kohlenwasserstoffgesetz bereits mit neuen Geschäftsmodellen umzusetzen.«

Ende Januar hatte Venezuela ein neues Ölgesetz verabschiedet, das die Rolle des Staates deutlich einschränkt und eine Reihe an Vorteilen für ausländisches Kapital bereithält. Folgen soll bald ein neues Bergbaugesetz, wie Rodríguez und Burgum verkündeten. Venezuela verfügt über riesige Mineralvorkommen, darunter Gold, Eisenerz, Bauxit und Koltan.

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