Stahlkonzern Salzgitter will HKM übernehmen
Salzgitter. Der Stahlkonzern Salzgitter will die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in Duisburg übernehmen. »Nach intensiven Verhandlungen und unter Vermittlung des ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch« sei eine Vereinbarung zur Fortführung des Stahlwerks vereinbart worden, erklärte Salzgitter am Freitag. Demnach ist ein Verkauf der HKM-Anteile im Besitz von Thyssenkrupps Stahlsparte zum 1. Juni diesen Jahres geplant. HKM gehört aktuell zu 50 Prozent Thyssenkrupp Steel Europe. 30 Prozent der Anteile hält bereits Salzgitter. Weitere 20 Prozent gehören dem französischen Stahlrohrhersteller Vallourec. Das Stahlwerk beliefert unter anderem Thyssenkrupp – der Industriekonzern hat jedoch den noch bis 2032 laufenden Liefervertrag gekündigt, weshalb der Fortbestand des Werks unsicher war.
Den Angaben nach steht die Vereinbarung noch unter Vorbehalt. Unter anderem werde derzeit noch ein Gutachten zur Fortführung des Standorts in Duisburg erstellt. Auch der dritte Eigentümer, Vallourec, muss dem Verkauf noch zustimmen. Beschäftigtenvertreter begrüßten die Ankündigung. Ihm falle »in großer Stein vom Herzen«, erklärte Karsten Kaus, Geschäftsführer der IG Metall Duisburg-Dinslaken. »Wir freuen uns riesig über die Einigung und sind dankbar, dass die Gesellschafter unserem Vorschlag einer externen Mediation gefolgt sind«, erklärte Thomas Hay, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender HKM. »Es wird trotzdem ein schwieriger Weg. Aber es erhält industrielle Arbeit in NRW und sichert wichtige Wertschöpfungsketten im Land und darüber hinaus ab«, ergänzte IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler. (AFP/jW)
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